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Kultur

Harte Worte werden weich

Deutsche Texte, Club-Beats mit Soul, Krautrock und Optimismus – so kommt das Duo "2raumwohnung" daher. Mit DW-WORLD plaudern Inga Humpe und Tommi Eckart über Berlin und darüber, warum sie im Video sich selbst spielen.

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2raumwohnung denkt positiv und macht immer erstmal weiter

In dem Namen "2raumwohnung" steckt viel deutsche Geschichte drin. Wie würdet ihr ihn ausländischen Fans erklären?

Tommi: Eigentlich kommt es eben, weil wir zwei Personen sind und das ein Projekt für zwei Personen ist. Und dann gibt es diese lustige Situation zwischen Ost und West und durch die Mauer, dass sich irgendwann mal auch die Sprache aufgetrennt hat und dass man - auch 15 Jahre, nachdem die Mauer schon wieder weg ist - immer noch feststellen kann, dass es im Westen "Zwei-Zimmer-Wohnung" und im Osten "Zwei-Raum-Wohnung" heißt. Das haben wir als Synonym für Berlin aufgegriffen und es - da wir aus dem Westen sind - genommen, um etwas Verbindliches herzustellen.

Wie ist eigentlich eure Beziehung zur deutschen Sprache? Ausländer haben ein Image von der deutschen Sprache als eine harte Sprache. Aber ihr lasst sie leicht klingen.

Inga: Das stimmt. Mir geht das auch immer so, nachdem ich deutsch gesungen habe, dass ich es auch ganz hart finde. Wir bemühen uns darum, dass es weicher klingt. Mit dem Englischen haben wir schon einige Erfahrungen. Wir haben ganz früher auf Englisch gesungen. Jetzt haben ein paar Titel auf Englisch aufgenommen, wie "Sexy Girl" und jetzt "Spiel mit", die auf der Premium-Version der CD drauf ist, und gestern gerade haben wir "Wir sind die Anderen" auch auf Englisch aufgenommen.

Neulich habe ich von Toni Kater, einer Berliner Musikerin von eurem Label, gehört, dass sie sich erst mit einer "Berliner Szene" identifiziert hat, als sie euch kennen gelernt hat. Identifiziert ihr euch mit "Szene" überhaupt? Inwiefern ist eure Musik mit Berlin verbunden?

Inga: Mit der Szene nicht, aber mit Berlin. Es gibt ja verschiedenste Szenen hier. Aber Berlin ist natürlich als Inspirationsquelle für dieses Projekt ganz wichtig. Ohne Berlin würde es das wahrscheinlich gar nicht geben. Berlin ist so groß und vielfältig, hier gibt es so viel Freiraum, dass solche Musik auch entstehen - langsam entstehen - und langsam immer größer werden kann. Das hat schon, glaube ich, mit dem Geist dieser Stadt zu tun. Ich bin immer verliebt in Berlin.

Wenn ihr komponiert, denkt ihr an irgendein bestimmtes Publikum?

Tommi: Wir versuchen eigentlich, die Musik so zu machen, dass sie uns gefällt. Wir versuchen Stücke zu machen, wie wir sie uns wünschen würden, wenn wir sie nicht selber machen würden. Auch das neue Album ist so, dass, wenn wir es jetzt nicht gemacht hätten, wir es selber gern hören würden. Das versuchen wir jedenfalls. Wir stellen uns niemand vor, sondern machen es für uns und spielen es unseren Freunden vor. Und ich glaube, dass unsere Fans auch nicht so ganz anders sind als wir.

Im welchen musikalischen Bereich bewegt sich 2raumwohnung?

Tommi: Wir versuchen wirklich die Summe von dem umzusetzen, was uns gefällt. Also Inspirationen von "Air" und Madonna, genauso wie von "Miss Kittin", "Märtini Brös" oder "Chicks On Speed". Auch manchmal alte Sachen, wie "Kraftwerk" oder Musik aus den Siebzigern. Es ist schon eine inspirationsreiche Musik.

Was hört ihr denn im Moment?

Tommi: Ich höre immer noch viel "Air". Auch "Phoenix" höre ich unheimlich gerne. Und unterschiedlichste Sachen, wie Chet Baker...

Ich dachte schon, wir würden bei den Franzosen bleiben.

Tommi: Benjamin Biolay finde ich ganz klasse. Moderne, unverkrampfte Musik in so einer Chanson-Tradition. Total modern, total spannend, unheimlich stilsicher.

Warum es sich für "2raumwohnung" lohnt, glücklich zu sein, lesen Sie auf der nächsten Seite.