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Aktuell Asien

Harte Strafen gegen religiöse Sekte in Vietnam

In Vietnam sind 22 Aktivisten einer verbotenen religiösen Gruppierung für viele Jahre hinter Gitter geschickt worden. In einem der größten Prozesse seit Jahren wurden sie beschuldigt, den Sturz der KP geplant zu haben.

Die kommunistische Führung Vietnams lässt keine Zweifel an ihrem Machtanspruch zu und geht seit Monaten massiv gegen oppositionelle Strömungen und Dissidenten vor. "Propaganda gegen den Staat", heißt es dann meist, oder wie jetzt: "Umsturzversuch". Eine obskure religiöse Gruppierung wurde in Phu Yen mit langen Gefängnisstrafen abgeurteilt.

Die staatlichen Medien berichteten von angeblichen Plänen, die sozialistische Regierung zu stürzen. Die Anklage hatte den im Februar 2012 Verhafteten vorgeworfen, unter dem Deckmantel eines Reiseveranstalters für Ökotourismus politisch aktiv gewesen zu sein und die KP sowie die "Volksherrschaft" verunglimpft zu haben. Sie sollen auch Geld aus dem Ausland erhalten haben. 

Mit harter Hand gegen Andersdenkende 

Der Anführer der Sekte, der 65jährige Phan Van Thu, muss lebenslang hinter Gitter. Sein Sohn und seine Gefolgsleute erhielten zwischen zehn und 17 Jahren Haft. Das Gericht hätte auch die Todesstrafe verhängen können. Der Prozess war einer der größten in den vergangenen Jahren und dauerte eine Woche.

Die in den 1960er Jahren gegründete Gruppe soll am Buddhismus orientiert sein. Sie war nach dem Sieg über die USA 1975 von den Kommunisten offiziell verboten worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur AVI soll die Gruppierung im Zentrum und im Süden Vietnams etwa 300 Mitglieder haben.  

Erst im Januar waren 14 mehrheitlich katholische Regierungskritiker zu Gefängnisstrafen zwischen drei und 13 Jahren verurteilt worden. Ihnen wurde ebenfalls ein Umsturzversuch vorgeworfen.

SC/re (afp, ap, epd, dpa)