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Kultur

Harry Rowohlt ist tot

Der vielseitige Autor und Übersetzer starb im Alter von 70 Jahren in Hamburg. Berühmt wurde er auch mit seinen unvergesslichen Auftritten vor Publikum.

Harry Rowohlt stammte aus einer berühmten Verleger-Familie. Doch das Leiten eines großen Verlages war nicht seine Sache. Seine geerbten Anteile verkaufte er und schrieb selbst: Kolumnen, Kurzprosa und vieles mehr. Berühmt wurde er auch durch seine Vortragskunst. Seine Lesungen faszinierten das Publikum, weil er abseits aller Konventionen auftrat. Seine dunkle, rauchige Stimme und sein Äußeres zogen die Zuschauer in den Bann: Meist trat Rowohlt in Schwarz auf, sein Vollbart, sein langes Haar und seine leibliche Fülle machten seine Gestalt für alle unvergesslich, die ihn einmal bei einer Lesung erlebt hatten.

Meriten erwarb er sich auch als Übersetzer. Vor allem seine Adaptionen aus der englischen und irischen Literatur wurden bei ihm zu eigenständigen Kunstwerken. Legendär etwa sind seine Übersetzungen des Schriftstellers Flann O'Brien. Rowohlt schrieb auch Kinderbücher. Kultstatus erwarb er sich mit seiner Kolumne " Pooh's Corner" für die Wochenzeitung "Die Zeit". Jetzt ist der vielseitige Literaturmensch Harry Rowohlt im Alter von 70 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben.

jk/as (dpa/Stern/Zeit Online)