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Nahost

Hariri-Mord: Hisbollah bezichtigt erneut Israel

Die Hisbollah meldet sich wieder zu Wort: Ein weiteres Mal macht ihr Führer Hassan Nasrallah Israel für den Tod des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Hariri verantwortlich.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah (Foto: AP)

Hisbollah-Führer Nasrallah spricht - seine Getreuen hören zu

Für Hisbollah-Chef Nasrallah steckt Israel hinter der Ermordung des libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri. "Israel ist in der Lage, eine Operation gegen Rafik Hariri durchzuführen", sagte Nasrallah am Montagabend (09.08.2010) während einer Pressekonferenz in Beirut, in die er per Video zugeschaltet war. Außerdem sei der Libanon aufgrund seiner geografischen Lage ein ideales Gebiet für israelische Operationen.

Verdacht fiel auf die Hisbollah

Hariri war im Februar 2005 bei einem Autobombenanschlag in Beirut getötet worden. Während zunächst syrische Funktionäre als Hintermänner des Anschlags ins Visier der Fahnder geraten waren, berichteten in den vergangenen Wochen israelische Medien, dass mittlerweile ein hoher Hisbollah-Funktionär als Hauptverdächtiger des UN-Tribunals zur Aufklärung des Mordes gilt. Nasrallah hatte bereits kurz nach Bekanntwerden dieser Berichte seinerseits Israel beschuldigt, hinter dem Attentat zu stecken, und die Vorlage von Beweisen angekündigt.

Der ehemalige libanesische Ministerpräsident Hariri (links) und Hisbollah-Führer Nasrallah (Foto: AP)

Der ermordete libanesische Ministerpräsident Hariri (links) und Hisbollah-Chef Nasrallah

Als Beleg für die israelische Verwicklung wurden bei der Pressekonferenz Bilder von angeblichen israelischen Spionen gezeigt. Nach Angaben Nasrallahs haben sie die Führer verschiedener politischer Gruppierungen im Libanon ausgekundschaftet. Auch Videoaufnahmen von Orten, an denen sich Hariri 2005 häufig aufgehalten haben soll, wurden als Beweise für angebliche israelische Anschlagsplanungen gezeigt. Sie seien "in Vorbereitung auf eine Operation hergestellt worden", sagte Nasrallah.

USA frieren Militärhilfen für Libanon ein

Eine Überprüfung der Videoaufnahmen durch das UN-Tribunal lehnte Nasrallah jedoch ab. Man traue der internationalen Untersuchung nicht. "Wenn aber die libanesische Regierung bereit ist, eine libanesische Kommission zur Untersuchung der Angelegenheit einzusetzen, werden wir kooperieren", sagte der Hisbollah-Chef.

Unterdessen hat der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Repräsentantenhaus Militärhilfen für den Libanon auf Eis gelegt. Er sei besorgt wegen eines möglichen Einflusses der Hisbollah-Miliz innerhalb der libanesischen Streitkräfte, erklärte der Demokrat Howard Berman in Washington. Daher habe er die finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Millionen Dollar zurückgestellt.

Autor: Marko Langer (dpa, apn)
Redaktion: Gerhard M Friese

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