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Naher Osten

Hariri kündigt Rückkehr in den Libanon an

Eine Woche nach seiner Rücktrittserklärung hat sich Libanons Premier Hariri erstmals wieder aus Saudi-Arabien zu Wort gemeldet. Über die Hintergründe seines überraschenden Rückzuges wird derweil weiter spekuliert.

In einem in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad geführten Fernsehinterview trat Saad Hariri Spekulationen entgegen, er werde gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten.

"Ich bin frei, und wenn ich morgen abreisen will, dann reise ich", sagte er dem libanesischen Sender "Future TV", der Hariri gehört. Zugleich kündigte er an, "sehr bald" in die Heimat zurückzukehren, um "die nötigen Verfassungsschritte" für seinen Rücktritt zu absolvieren. Hariri sagte aber nicht, wann dies geschehen werde.

Spekulationen über Umstände von Hariris Rücktritt

Wenige Stunden zuvor hatte sich der libanesische Präsident Michel Aoun angesichts der "obskuren und ungewissen Umstände" von Hariris Rücktritt besorgt gezeigt und Saudi-Arabien zur Klärung von dessen Verbleib aufgefordert. Auch bezweifelte Aoun, dass Hariri aus freien Stücken seinen Rücktritt erklärt habe. Der Präsident hat den Rücktritt noch nicht formell anerkannt und den Premier noch nicht von seinen Funktionen entbunden.

In seiner Rücktrittserklärung Anfang November hatte Hariri von Riad aus von Mordplänen gegen ihn berichtet und schwere Vorwürfe gegen den Iran und die mit ihm verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah erhoben. In dem nun veröffentlichten Interview warf er dem Iran erneut Einmischung im Libanon und der Hisbollah Komplizenschaft vor. Teheran mische sich in die Angelegenheiten der arabischen Welt ein. Dies müsse aufhören. Gleichzeitig lobte er das saudische Königshaus.

Pulverfass Naher Osten

Vertraute Hariris gehen allerdings davon aus, dass er von den Saudis zum Rücktritt gezwungen wurde, weil er nicht gegen die im Libanon mitregierende Hisbollah vorgehen wollte. Saudi-Arabien und der Iran ringen als Regionalmächte um Einfluss in der Region. Hariri ist ein enger Verbündeter und Staatsbürger Saudi-Arabiens. Das sunnitische Königreich bekämpft den schiitischen Iran unter anderem in Stellvertreterkriegen in Syrien und im Jemen.

Der Rücktritt des Sunniten Hariri droht das fragile Gleichgewicht der verschiedenen Religionsgruppen im Libanon aus dem Lot zu bringen. Dort leben unter anderem Sunniten, Schiiten, Christen und Drusen, hinter denen zum Teil konkurrierende Schutzmächte im Ausland stehen.

rk/fab (afp, rtr, dpa)

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