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Musik

"Hardwired... To Self-Destruct": Metallica mit neuem Album

Nach acht Jahren dürfen sich die Fans freuen: Die Metal-Götter aus den USA bringen ihr zehntes Studioalbum raus. Und das hat es in sich! Wir haben schonmal reingehört.

Musikband Metallica (Universal Music)

Metallica-Mitglieder Kirk Hammett, Lars Ulrich, Robert Trujillo und James Hetfield (v. l. n. r.)

Metallica sind zwar schon ältere Herren - immerhin gibt es die Band seit gut 35 Jahren - doch ihren Sound haben sie mit der Zeit nicht verloren. Nachdem das letzte Album, eine Kooperation mit Lou Reed, gemessen an den anderen Platten eher ein Flop war, hat die Band jetzt eine LP herausgebracht, die hält, was sie verspricht, und vielen Metalheads und Metallica-Fans Freude bereiten dürfte.

Musikband Metallica, Plattencover (Universal Music)

Das Cover des neuen Metallica-Albums

Der Name des Albums: "Hardwired... To Self-Destruct". Schon der Titelsong, der im August veröffentlicht wurde, ließ die Vorfreude der Fans steigen. Da sind sie wieder, die alten Recken, die mit wenig Aufwand, viel Tempo und der unverwechselbaren Stimme von James Hetfield ihren Ursprüngen frönen. So kommt es nicht von ungefähr, dass der geneigte Metallica-Kenner sich an das erste Album der Band, "Kill 'Em All" (1983), erinnert fühlt. Schlagzeuger und Bandgründer Lars Ulrich gibt zu, dass "es da ein paar Elemente gibt, die auf das neue Album abgefärbt haben".

Haufenweise Nummer Eins-Alben

In den Achtzigern in Los Angeles gegründet, gehören Metallica mit über 110 Millionen verkauften Alben zu den erfolgreichsten Bands ihres Genres. Dabei verlief der Anfang ihrer Karriere eher schleppend - zumindest, was die Verkäufe ihrer Platten anging. Sie tourten durch die USA und Europa und machten auf diese Weise langsam aber sicher auf sich aufmerksam. Sie arbeiteten stringent an ihrer Karriere und ließen sich nicht reinreden. Speed- und Thrash-Metal war ihr Ding - aber sie fanden auch immer wieder den Weg zurück zum Mainstream. Die Mischung aus Aggression und zarten Melodien hatte keine Band so perfektioniert wie sie.

Musikband Metallica 1993 (Getty Images/AFP/V. Bucci)

...und noch ein Grammy: 1993 hatten Metallica noch ein richtiges Rotzlöffel-Image

Und dann kam 1986 das dritte Album "Master of Puppets", das Metallica in den Schwermetall-Olymp katapultierte. Viele Kritiker sind sich einig: Dies war das besten Album der Band. Der Titelsong ist zu einem Metal-Klassiker geworden. Mit dieser Platte erarbeiteten sich Metallica auch die Anerkennung der älteren Metal-Haudegen: Ozzy Osbourne und Anthrax nahmen Metallica als Support mit auf Tour.

Das vierte Album, "...And Justice For All", erreichte hohe Positionen in den US-Charts, erntete Edelmetall und die erste Grammy-Nominierung. Den ersten von insgesamt neun Grammys gab es dann 1990 für den Song "One". Sämtliche folgende Platten wurden Nummer Eins-Alben. Mit "Nothing Else Matters" eroberten Metallica den Mainstream, ohne die alten Fans zu verprellen - eine Gratwanderung, die nicht jeder Band gelingt.

Hübsches Kritikerfundstück aus dieser Zeit: "Metallica ist die einzige Heavy Metal-Band, der Erwachsene zuhören können, ohne das Gefühl zu bekommen, dass der Intelligenzquotient dahinschwindet", schrieb der Rough Guide Rock.

USA Musik Heavy-metal Bad Metallica (Getty Images)

Metallica sind Kritikermeinungen egal: "Es macht uns nichts aus, wenn ihr uns Scheiße auf die Bühne schmeißt, solange ihr unser Bier nicht dabei trefft."

Wieder die Alten

Das letzte "echte" Studioalbum, "Death Magnetic", ist von 2008. Die Kollaboration "Lulu" mit Lou Reed 2011 ließ Fans und Kritiker gleichermaßen stirnrunzelnd zurück. Die Paarung klang vielversprechend: Die härtesten Metaller der Welt gegen einen ehemaligen Pop-Avantgardisten, der zum düsteren Poeten geworden ist. Das Ergebnis: ein musikalischer und lyrischer Horrortrip, der nur bei engagierten Musikkonsumenten Gehör gefunden hat.

Jetzt sind Metallica wieder da. Ihr Durchschnittsalter beträgt 53 Jahre, was für einen Rockstar inzwischen kein Grund mehr ist, stillzuhalten. Die ersten Vorboten des Albums lassen Freude aufkommen. Auch die Zeitschrift "Metal Hammer" kann sich kaum noch zurückhalten und veröffentlicht auf ihrer Webseite das Video zu einem der neuen Metallica-Songs: "Halo on Fire".

Geheimkonzert und Radioauftritte

Das Album "Hardwired... To Self Destruct" ist ab dem 18. November weltweit im Handel, als Deluxe-Version wartet es mit drei CDs auf, wobei auf der letzten etliche Livemitschnitte neuer und älterer Songs zu hören sind.

Um die CD zu bewerben, waren die vier Bandmitglieder James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo ziemlich umtriebig: Sie spielten am vergangenen Montag in Berlin ein Geheimkonzert bei der Aufzeichnung der TV-Sendung "Circus HalliGalli", dann trennten sich die vier Bandmitglieder für eine Sendertour durch Deutschland, bei der sie haufenweise Radiointerviews gaben. So konnte es auch schon mal passieren, dass die eine oder andere Radiostation mit ihrem üblichen Musikprogramm gebrochen hat, um ein Metallica-Stück zu spielen.

Deutschland Club-Konzert von Metallica bei Circus HalliGalli in Berlin (picture-alliance/dpa/J. Carstensen)

Clubkonzert vor rund 350 Fans: Metallica in der Fernsehsendung "Circus HalliGalli"

Es wird 2017 eine Tour zum Album geben - bereits im Februar kommen Metallica nach Europa: für zwei Konzerte nach Dänemark, Lars Ulrichs Heimat. Frühestens im Herbst soll es in Europa weitergehen, sagt die Band und weckt damit Hoffnungen. Fans des Metal-Festivals Wacken Open Air haben die leise Hoffnung, dass die Band Anfang August auf dem Acker vorbeischaut. Die Aussichten sind allerdings gering. Kirk Hammett kann zumindest eins versprechen: "Wir wollen an so viele Orte wie möglich. Wir werden versuchen, jede kosmopolitische Stadt der Welt zu besuchen."

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