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Fokus Südosteuropa

Happyend in der griechischen Tragödie?

Täglich kommen neue Vorschläge, wie man die Schuldenkrise in Griechenland und die drohende Krise für die ganze Eurozone bewältigen kann. Aber Athen brauche dringend frisches Geld, so Finanzexperten.

Im Wasser stilisierte griechischen Fahne, auf dem ein Rettungsring treibt (Graphik: Bilder-Box/DW)

Rettung in Sicht für Finanzkrise in Griechenland?

Wenn ein Land wie Griechenland ein Leistungsbilanzdefizit von 14 Prozent und ein Haushaltsdefizit von knapp 13 Prozent aufweist, dann müsste das Land die eigene Währung abwerten. Doch in der Eurozone hat Griechenland diesen Hebel nicht mehr. Aus diesem Grund hält Lukas Menkhoff, Finanzexperte der Uni Hannover, einen Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion nicht für sehr dramatisch, "weil Griechenland damit zumindest einen Teil seiner Probleme lösen könnte. Wenn dieser Austritt nicht in Panik erfolgen würde, sondern unter bestimmten Rahmenbedingen, die natürlich gewährleistet sein müssen, damit nicht eine größere Krise ausbricht. Wenn man das hinbekommt, dann denke ich, ist ein Austritt eine ernsthafte Option, die man überlegen muss."

Drei Optionen

Eine griechische Ein-Euro Münze (Foto: dpa)

Restriktive Finanzpolitik wahrscheinliche Lösung

Doch für die Politik scheint das keine ernsthafte Option zu sein. Denn es gibt weitere Wackelkandidaten in der Eurozone. Ein Zerfall der Währungsunion könnte die schlimmste Folge sein. Also sucht man nach Alternativen. Drei Optionen kennt Lukas Menkhoff: "Die Eine ist, die Länder, die niedrigere Inflationsraten und hohe Exportüberschüsse haben wie Deutschland, dass diese Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit reduzieren, indem sie inflationieren." Das erreicht man, wenn beispielsweise höhere Lohnabschüsse durchgeführt würden. Diese Option ist nicht gerade realistisch im Hinblick auf die noch nicht überwundene Wirtschaftskrise. Die zweite Option wäre ein Finanztransfer, was aber kein Problem lösen und zudem anderen Defizitsündern ein falsches Signal geben würde. Bleibt die dritte und wahrscheinlichste, "dass Griechenland eine sehr restriktive Politik verfolgt, die aber dann mit sehr hohen Kosten für das Land verbunden ist."

Widerstand der Bevölkerung

Demonstranten mit Gewerkschaftsfahnen im Zentrum von Athen(Foto: AP)

Unmut der Griechen macht sich zunehmend in Protesten Luft

Ein Maßnahmenpaket der Regierung Papandreou, bestehend aus Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen und Privatisierung des Staatseigentums konnte die Finanzmärkte vorerst beruhigen. Mit einem satten Risikoaufschlag wurde zudem kürzlich eine zehnjährige Anleihe im Volumen von fünf Milliarden Euro platziert. Doch wächst der Widerstand in der griechischen Bevölkerung. Zwei Generalstreiks wurden bereits ausgerufen. Die Griechen fühlen sich alleingelassen von der Europäischen Union. Etwas mehr Solidarität mit dem gebeutelten Mittelmeerstaat wünscht sich auch Remi Lallement, Berater der französischen Regierung: "Man sollte nicht zu einseitig denken, nur in Richtung Kostensenkung und Haushaltskonsolidierung. Die Europäische Union ist eine Union, und in einer Union gibt es nicht nur Wettbewerb."

IWF willkommen?

Logo vom Inationalen Währungsfonds, blaue Schrift und Waffen auf weißem Grund

IWF kann mit seiner Erfahrung helfen

Auch wenn Athen bisher vergeblich auf konkrete Hilfszusagen warten musste, glaubt keiner ernsthaft, dass die EU Griechenland fallen lassen würde. Doch die Zeit drängt. Bis Ende Mai muss das Land weitere 20 Milliarden Euro umschulden. Bis dahin muss ein Griechenland-Paket von der EU geschnürt werden, um eine drohende Staatspleite abzuwenden. Dabei könnte auch der IWF eine Rolle spielen, glaubt Christian Kastrop vom Bundesfinanzministerium: "Man wird Überlegungen prüfen müssen die sich im Rahmen der Europäischen Union, insbesondere der Eurozone abspielen, gegebenenfalls unterlegt mit externer Expertise. Und da wäre natürlich der IWF mit seinen Kenntnissen sehr willkommen." Wenn der IWF mit im Boot sitzt, könnte das die Akzeptanz für die unpopulären Maßnahmen der griechischen Regierung erhöhen. Auch würde der schwarze Peter auf mehreren Schultern verteilt.

Autoren: Zhang Danhong

Redaktion: Mirjana Dikic/Gero Rueter

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