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Sport

Happy End für Froome nach Chaos-Etappe

Skandal am Mont Ventoux: Tour-Spitzenreiter Christopher Froome wird von einem Motorrad zu Fall gebracht und muss eine Weile lang den Berg hinaufrennen. Erst verliert er sein Gelbes Trikot, dann bekommt er es zurück.

Christopher Froome joggt nach seinem Unfall den Mont Ventoux hinauf. Foto: Reuters

Joggen mit Radschuhen, keine leichte Übung

Das hat die Tour de France noch nicht erlebt: Der Titelverteidiger joggt im Gelben Trikot den Mont Ventoux hinauf. Quälend lange. Erst dann erhält Christopher Froome ein Rad vom neutralen Materialfahrzeug, das allerdings viel zu klein für ihn ist. 400 Meter vor dem Ziel schließt endlich das Teamfahrzeug von Sky auf, um dem Briten ein Ersatzrad zu reichen. Was war geschehen?

Auf der wegen starker Winde um sechs Kilometer verkürzten zwölften Etappe drängten sich die Zuschauer am Schlussanstieg am Mont Ventoux. Anderthalb Kilometer vor dem Ziel musste ein Kamera-Motorrad plötzlich bremsen. Der Australier Richie Porte, der Niederländer Bauke Mollema und Froome stürzten. Froomes Rennrad war nicht mehr fahrtüchtig. Durch sein Pech verlor der Brite viel Zeit und zunächst das Gelbe Trikot an seinen Landsmann Adam Yates. Froome wäre im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 52 Sekunden auf den sechsten Rang zurückgefallen.

Jury entscheidet zugunsten Froomes

Doch dann entschied die Jury: Der Titelverteidiger bleibt in Gelb. Die Rennleitung wertete nachträglich die Abstände zum Zeitpunkt des Zwischenfalls. Froome führt damit das Gesamtklassement weiter an, 47 Sekunden vor Yates. Weitere sieben Sekunden zurück liegt der Kolumbianer Nairo Quintana. Mollema folgt 0:56 Minuten hinter dem Spitzenreiter auf Platz vier.

"Der Mont Ventoux ist voller Überraschungen", sagte Froome. "Ich bin sehr erleichtert, die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France." Absperrgitter hatten an der Unfallstelle gefehlt. "Wir konnten keine Barrieren auf den letzten Kilometern aufstellen, weil alles weggeflogen ist", sagte Tourchef Michel Prudhomme im französischen Fernsehen.

Belgischer Doppelsieg

Thomas De Gendt reißt auf dem Zielstrich die Arme hoch. Foto: Getty Images

Tagessieger De Gendt

Den Tagessieg auf der zwölften Etappe holte sich nach 178 Kilometern aus einer Ausreißergruppe heraus der Belgier Thomas De Gendt vor seinem Landsmann Serge Pauwels. Doch über den belgischen Doppelsieg am französischen Nationalfeiertag redete am Ende kaum noch jemand. Auch die starke Leistung des deutschen Sprinters André Greipel wurde in den Hintergrund gedrängt. Der 34-Jährige hatte zu den Ausreißern gehört, die zeitweise einen Vorsprung von 20 Minuten auf das Hauptfeld herausgefahren hatten. Am Fuße des Mont Ventoux hatte Greipel sogar attackiert, war dann aber nach hinten durchgereicht worden und hatte den Zielstrich als 33. überquert. Tony Martin hatte sich auf der Etappe zurückgehalten. Er rechnet sich beim Einzel-Zeitfahren am Freitag über 37,5 Kilometer von Bourg-Saint-Andéol nach Caverne du Pont-d'Arc Siegchancen aus. "Wenn ich sage, dass ein Zeitfahren etwas für mich ist, dann will ich auch gewinnen", gab sich der dreimalige Weltmeister in dieser Disziplin selbstbewusst. "Es ist eine machbare Sache, wenngleich die Strecke sehr, sehr schwierig ist."

sn/jw (sid, dpa)

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