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DW-RADIO

Happy Birthday, Johannes Brahms!

Brahms stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und wurde zu einer der bedeutendsten und einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Welche Rolle spielt er heute in unserem Musikleben?

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Komponisten-Jubiläen werfen ihre Schatten voraus – jedenfalls meistens. Verglichen mit den Großveranstaltungen, die etwa zu

Passant mit Regenschirm läuft vor dem Michel in Hamburg entlang

Mozarts 250. Geburtstag stattgefunden haben, nehmen sich die Aktivitäten zu Brahms 175. Geburtstag in seiner Heimatstadt Hamburg ziemlich bescheiden aus. Zwar hat sich hier inzwischen ein Brahms-Museum seiner angenommen und eine Musikbibliothek und das Konservatorium der Stadt schmücken sich mit seinem Namen, aber auf den üblichen Veranstaltungsreigen will seine Heimatstadt verzichten.

Wer war Johannes Brahms?

Johannes Brahms wurde als zweites von insgesamt drei Kindern eines Berufsmusikers am 7. Mai 1833 in Hamburg geboren.
Seine Kindheit verbrachte er in eher ärmlichen Verhältnissen. Ab dem Jahr 1840 erhielt er Klavierunterricht und trat drei Jahre später zum erstenmal als Pianist auf.

Sein Debüt wurde ein Erfolg. Mit 13 Jahren musste er zum Lebensunterhalt beitragen und spielte nachts in Tanzbars Klavier. Als Zwanzigjähriger verließ er Hamburg und traf in Hannover dem Geigenvirtuosen und Komponisten Joseph Joachim. Durch ihn lernte Brahms den Komponisten Robert Schumann und seine Frau Clara in Düsseldorf kennen. Eine Begegnung, die für seine persönliche und künstlerische Zukunft wegweisend werden sollte.

Bechstein Klavier aus dem 19 Jhd.

Danach folgte die Bekanntschaft mit dem Komponisten Franz Liszt in Weimar. Im Jahr 1857 kam Brahms an den Fürstenhof zu Detmold. In den Jahren 1863 und 1864 wurde er Chef der Wiener Singakademie und entschloss sich 1871, endgültig nach Wien zu übersiedeln. Hier erfuhr er die Anerkennung, die ihm in seiner Heimatstadt Hamburg verwehrt worden war. Hier entstanden seine Sinfonien, das "Deutsche Requiem", mehr als 200 Lieder, Kammermusik und das Violinkonzert. Am 3. April 1897 starb Brahms in seiner Wahlheimat Wien.

Parteienstreit im 19. Jahrhundert

1876 vollendet Brahms seine erste Sinfonie und erntet dafür sowohl Lob als auch beißenden Spott: die einen sehen in ihm den legitimen Nachfolger Beethovens, für andere ist die Gattung "Sinfonie" überholt. Von einem "deutschen Missverständnis" ist sogar die Rede. Richard Wagner und Franz Liszt, die sogenannten "Neudeutschen", sprechen von der "Zukunftsmusik" und meinen damit vor allem das Musikdrama. Brahms dagegen orientiert sich weiter an dem Vorbild Beethoven, aber auch an Johann Sebastian Bach. Und gerade das bringt ihm die Anerkennung der nächsten Generation ein: Arnold Schönberg, Erfinder der Zwölftonmusik und Wegweiser des 20. Jahrhunderts, knüpft an die klassische Musiksprache von Johannes Brahms an, sieht in ihr die "Gesetze reiner Musik" verwirklicht.

"Brahms? – O Gott!"

Brahms löst offenbar bis heute immer noch Debatten aus. Er stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und wurde zu einer der bedeutendsten und einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Als Komponist, Pianist und Dirigent hat er einen unglaublichen Aufstieg erlebt, und er hat etwas geschafft, was nur ganz wenige konnten: er hat es als freier Komponist zu Vermögen gebracht.

Trotzdem war er kein "Weltbürger", reiste zwar durch Europa, beherrschte aber keine Fremdsprache. Seine Musik verbindet sich bis heute mit Attributen wie "nordische Schwermut" und "deutscher Tiefsinn". Andererseits fehlt aber auch der Glamour-Faktor nicht: seine Musik wurde gern bei Filmproduktionen eingesetzt. Prominentes Beispiel: Louis Malles Film "Die Liebenden".

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