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Wirtschaft

Hanseatisches Tor zur Welt

DVD-Player aus China, Autos aus Japan, Maschinen aus Deutschland - Waren für etliche Milliarden Euro werden täglich auf der Welt verschickt. Hamburg hat sich zu einem der Hauptumschlagsplätze in Nordeuropa entwickelt.

Hamburger Containerhafen

Der Hamburger Hafen profitiert von der Nähe zu den Zielmärkten

Der Hamburger Hafen sprengt alle Rekorde. Von Jahr zu Jahr klettert die Umschlagsmenge in neue Höhen. Das Geheimnis des Erfolgs ist die geografisch günstige Lage der Hansestadt. Denn Hamburg ist der nördlichste europäische Hafen, den die Containerriesen anlaufen können. Durch die günstigen Frachtraten auf den Überseeschiffen ist es zum Beispiel rentabel, Fernseher, Motorräder oder DVD-Spieler aus Fernost in die konsumfreudigen osteuropäischen Länder zu transportieren. Aus Deutschland werden dann zum Beispiel im Gegenzug hochwertige Maschinen auf dem Seeweg nach China exportiert. Neben der Volksrepublik China, Singapur, Japan und Südkorea befinden sich vier der zehn wichtigsten Handelspartner Hamburgs in Asien.

Der Hamburger Hafen sei die Drehscheibe und profitierte doppelt von den wachsenden Umschlagsraten, meint der Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) Florian Marten. "Der Hamburger Hafen profitiert davon, dass er die Verbindung zwischen Ostseeraum und Fernost bildet. Außerdem ist er sehr leistungsstark: Er hat eine gute Anbindung an das Hinterland, an Transportwege und er hat eine große Kapazität bei seinen Umschlagsbetrieben. Er ist einfach besser aufgestellt als andere."

Kapazitäten sollen verdoppelt werden

Containerumschlag im Hamburger Hafen

Der Konzernumsatz der HHLA hat die Eine-Milliarde-Grenze überschritten (Archivbild)

Im Vergleich zu den Wettbewerbshäfen in Rotterdam, Antwerpen oder Bremerhaven ist Hamburg 300 bis 500 Landkilometer näher an den Zielmärkten in Ost- und Zentraleuropa. Diesen Vorteil kann die HHLA ausspielen, die zwei Drittel des Umschlags im Hamburger Hafen bewältigt. Im letzten Jahr konnten Umsatz und Gewinn auf Rekordergebnisse gesteigert werden, erklärt der HHLA-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Peters. "Beim Konzernumsatz haben wir zum ersten die Eine-Milliarde-Grenze überschritten. Das Unternehmen ist von 833 Millionen im Jahr 2005 auf über eine Milliarde angewachsen. "Beim Konzernergebnis werden wir dieses Jahr die magische Marke von 100 Millionen nach Steuern übertreffen", prophezeit Peters.

Mehr als 150.000 Arbeitsplätze in ganz Norddeutschland werden heute durch den Hamburger Hafen gesichert, 2015 werden es bei dem erwarteten ungebremsten Wachstum schon 180.000 Arbeitsplätze sein. In der zweiten Jahreshälfte 2009 soll im mittleren Freihafen ein neuer Containerterminal ausgeschrieben werden, der die Kapazitäten des größten deutschen Hafens noch einmal um 3,5 Millionen Standardcontainer steigert. "Insgesamt rechnen wir in Hamburg 2015 mit rund 18 Millionen umgeschlagenen Standardcontainern - auf HHLA Anlagen mit 12 Millionen", so Peters. In den nächsten Jahren werde man daher die Kapazitäten verdoppeln.

Börsengang im Herbst

Um neues Geld für den Ausbau des Hafens zu bekommen, will die Stadt Hamburg als Besitzer der HHLA knapp die Hälfte des Umschlagsbetriebs verkaufen. Dadurch könnten etwa eine Milliarde Euro eingenommen werden. "Wenn wir die politischen Entscheidungen zügig treffen, werden wir im Herbst 2007 an die Börse gehen", kündigt Peters an.

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