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Sport-News

Hansa-Hooligans gehen auf Spieler los

Neue Dimension der Fangewalt: Weil Drittligist Hansa Rostock das Startrecht für den DFB-Pokal verspielt, rasten die Fans aus. Sie lassen ihren Frust verbal, aber auch körperlich an den Spielern aus.

Rostocker Hooligans legen Feuer. (Foto: Thomas Eisenhuth, dpa)

Die Rostocker Hooligans sind berüchtigt.

Die berüchtigten Anhänger von Hansa Rostock haben mit einem Platzsturm und Attacken gegen die eigenen Spieler für einen neuen Tiefpunkt in der Gewaltproblematik gesorgt. "Dass Chaoten die eigenen Spieler angehen, ist eine neue Dimension der Fangewalt", sagte Rainer Milkoreit, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV).

Rund 50 Krawallmacher hatten bei der peinlichen Niederlage am Mittwoch im Landespokalfinale bei der TSG Neustrelitz nach dem Treffer zum 0:3-Endstand in der 77. Minute den Platz gestürmt. Auf dem Rasen attackierten die Hooligans die Hansa-Profis verbal und manche auch körperlich. So wurden laut Augenzeugenberichten unter anderem die Rostocker Spieler Michael Blum und Matthias Holst körperlich leicht angegangen. Die Polizei hatte die Situation jedoch schnell wieder im Griff, nach einer etwa siebenminütigen Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. Insgesamt wurden vier Personen wegen verbotener Pyrotechnik, Körperverletzung und Beleidigung vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Verein ist entsetzt

"Das sind natürlich Dinge, die der Verein scharf verurteilt", sagte Hansa-Vorstandschef Michael Dahlmann und kündigte Konsequenzen an: "Es ist klar, dass wir nach so einem Tag nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen können." Laut Milkoreit droht Rostock erneut eine Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Der Landesverband ist verpflichtet, den Vorfall dem DFB zu melden. Das wird er machen, und dann wird man sehen, ob es Strafen gibt", sagte der DFB-Vizepräsident.

Die Spieler reagierten ebenfalls schockiert. "Das ist ein absoluter Tiefpunkt", sagte Stürmer Johan Plat. Marc Fascher konnte sich nach seinem letzten Spiel als Hansa-Trainer böse Worte nur mit Mühe verkneifen: "Ich muss mich stark zusammenreißen, um mir nicht den Mund zu verbrennen."

Durch die Finalniederlage werden die Rostocker in der kommenden Saison erstmals seit der Wiedervereinigung nicht im DFB-Pokal vertreten sein. Die fehlende Startprämie von 108.000 Euro reißt ein weiteres Loch in die ohnehin leeren Kassen des finanziell angeschlagenen Vereins. Hansa-Sportdirektor Uwe Vester bezeichnete das Verpassen des DFB-Pokals als "Katastrophe". "Wir wollen eine neue Mannschaft aufbauen. Diese hat jetzt leider nicht die Chance, sich im Pokal zu beweisen", sagte Vester.

of (sid)