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Wirtschaft

Hannover Messe will Konjunktur anschieben

Die Hannover Messe gilt noch immer als größte Industrieschau der Welt. Jetzt soll sie zeigen, wie die Branche durch die schwere Krise gekommen ist. Die Aschewolke verdirbt ein bisschen die Stimmung.

Plakat der Hannover Messe (Quelle: Deutsche Messe AG)

Ein Jahr der Innovationen will die Hannover Messe einläuten

Eigentlich sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Premier Silvio Berlusconi die Hannover Messe des Jahres 2010 feierlich eröffnen, aber das verhinderte die große Wolke über Europa. Italien, ein Land mit einer traditionsreichen Maschinenbau-Industrie, ist in diesem Jahr das Partnerland der Messe. Den Eröffnungsrundgang am Montagvormittag aber wird die Bundeskanzlerin unternehmen. Sie wird den üblichen Optimismus verbreiten – aber in der Tat: Nach der schweren Krise des letzten Jahres zeigen sich die Aussteller erstaunlich selbstbewusst. Messechef Wolfram von Fritsch: "Mir hat neulich ein Unternehmer gesagt: In der Krise bleibe ich beim Original. Und das Original ist eben die Hannover Messe. Und deswegen kommen sie hierher." Die Messe selbst wolle den Treibstoff für den Aufschwung liefern.

"Trotz Vulkan voll im Plan"

Fahnen mit dem Messe-Logo (Quelle: Deutsche Messe AG)

Blau ist in diesem Fall die Hoffnung: Das Logo der Messe

Und wie sie kommen: Der Aschewolke zum Trotz mit Bus-Konvois aus Istanbul oder Mailand, in Autokorsos aus Spanien oder Skandinavien, aus Frankreich mit dem Zug: Die Messeveranstalter versuchen alles, um trotz der Widrigkeiten im Luftverkehr möglichst viele Aussteller und Gäste nach Hannover zu bringen. Messechef von Fritsch bringt es auf den Punkt: "Trotz Vulkan voll im Plan!"

Denn diese Messe, sie findet zu einem wichtigen Zeitpunkt statt: Die Industrie beginnt, sich von der schwersten Krise der letzten Jahrzehnte zu erholen – und da soll die größte Industrieschau der Welt ein wichtiger Gradmesser sein. Immerhin: 4800 Aussteller aus 64 Ländern zeigen neueste Technologien und Lösungen für eine effiziente und energiesparende Produktion sowie im Bereich der Elektromobilität.

Manfred Wittenstein ist selbst Chef eines mittelständischen Unternehmens und Präsident des Maschinenbau-Verbandes. Und diese Branche wurde von der Krise heftig getroffen. Doch jetzt, so sagt Wittenstein, gehe es wieder langsam bergauf. In einigen Branchen gebe es sogar schon wieder eine stärkere Dynamik. "Natürlich haben wir viele Branchen mit unterschiedlichen Entwicklungen, aber insgesamt sind wir heute positiver gestimmt als vor einem Jahr."

E-Mobility als Megatrend

Zwei Männer sprechen vor einem Messetsand (Quelle: Deutsche Messe AG)

Geschäfts-Gespräche: Davon soll es möglichst viele geben

Die Hannover Messe, das sind neun verschiedene Messen unter einem Dach. Neu in diesem Jahr ist die Mobilitec, die sich mit alternativen Antrieben, schadstoffarmen Transportsystemen und Hybridtechnologie befasst. Friedhelm Loh, Chef des Elektro-Industrie-Verbandes, sieht die Elektromobilität als Megathema. Daneben werde sich das Thema Energieeffizienz über die ganze Messe ziehen. Klimaschutz ist für ihn ein Treiber für die Wirtschaft in Deutschland und vielen Ländern der Welt. "Wir Deutschen haben da ja schon einen Weltmarktanteil von 16 Prozent, und ich gehe davon aus, dass die Industrie das weiter ausbauen wird. Also, das würde ich als die Megatrends bezeichnen."

4000 Innovationen, viele Kurzentschlossene

Roboter montiert ein Fahrzeugteil (Quelle: Deutsche Messe AG)

Roboter packen zu: Überall in Hannover zu sehen

Megatrends und Optimismus – das Rezept für die Hannover Messe. Doch woran lässt sich dieser Optimismus festmachen? Messechef Wolfram von Fritsch hat nachzählen lassen – und seine Leute haben 4000 Neuheiten ausgemacht, die in Hannover gezeigt werden, "mehr, als wir je auf einer Messe hatten". Zudem ließe sich der Optimismus am Ausstellerverhalten festmachen. Mit 4800 Ausstellern habe man nicht nur die Zahl aus dem Boomjahr 2008 wieder erreicht. Auch hätten sich innerhalb der letzten vier Wochen über 250 Firmen doch noch entschieden, Ausstellungsfläche zu buchen. "Das haben wir noch nie gehabt, und das bestätigt eine Entwicklung, die wir in den letzten Monaten an vielen Indikatoren ablesen konnten."

Bleibt die Aschewolke: 90 Prozent aller Messestände sind aufgebaut. Aber 15 Prozent der Aussteller werden Hannover wohl nicht erreichen. Vor allem Unternehmen aus Asien und den USA sind betroffen. Und wer später doch noch kommt, dem wird auch dann noch beim Standaufbau geholfen.

Autor: Henrik Böhme, z.Zt. Hannover
Redaktion: Marko Langer

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