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Wirtschaft

Handys als hilfsbereite Reisepartner

Das mobile Internet erobert immer mehr Bereiche des täglichen Lebens. Das macht sich inzwischen auch die Reisebranche zu nutze und bietet ihren Kunden Extra Services und mehr Bequemlichkeiten.

Touristinnen laufen durch Paris

Per Handy soll die Reiseplanung viel einfacher werden

26 Hallen und mehr als 11.000 Aussteller - es ist nicht leicht, sich auf der Internationalen Tourismusbörse zurechtzufinden. Es sei denn, man hat ein internetfähiges Mobil- oder Smartphone, mit dem kann man sich nämlich audiovisuell über die ITB führen lassen. Das mobile Internet wird im Alltagsleben immer präsenter und das nutzen mehr und mehr Branchen. Auch die Reisebranche ist auf diesen Zug aufgesprungen.

Buchungen bequem gemacht

Kunden stehen vor dem Schalter des Autovermieters Sixt auf dem Flughafen in Muenchen, Foto: AP

Langer Flug und danach noch Schlange stehen - das soll sich ändern

Flugbuchungen oder Leihwagenmiete und das ohne telefonische Warteschleifen oder langem Warten an Reservierungsschaltern. Kein Problem - sie brauchen nur ein internetfähiges Mobiltelefon und es kann losgehen, wie Robert Theml, Produktmanager beim Mietwagenanbieter Sixt erklärt: "Die Kunden buchen ihre Mietwagen vorab und können vorab auch schon einchecken."

Auf dem Handydisplay sehe man nicht nur seine Reservierung, sondern auch welche Fahrzeuge vor Ort an der Station stehen, inklusive Kilometerständen und eventuellen Extras wie Sitzheizung. Dann könne man per Smartphone einfach sein Wunschfahrzeug auswählen und das stehe dann exklusiv reserviert an der Station bereit. "Man muss nur noch seine Sixtkarte in den Automaten schieben, der Schlüssel kommt raus und man kann losfahren."

"Keine Nische mehr"

Reisende warten am Sonntag am Flughafen in Frankfurt am Main, Foto: dpa

Vorab Einchecken per Handy erspart lange Wartezeiten

Natürlich lassen sich auf diese Weise auch Hotels und Flüge buchen. Bordkarten werden auf dem Telefon gespeichert, das nur noch vor ein Lesegerät gehalten werden muss. Ankunfts- und Abflugzeiten sind in Echtzeit verfügbar, wenn Streiks Änderungen nötig machen, dann ist das genauso mobil zu erfahren wie die An- und Abreisemöglichkeit zum Flughafen.

Ein Service, der von immer mehr Kunden gewünscht und auch genutzt wird, wie Joachim Bader von der Agentur CLANMO sagt, die unter anderem das mobile Angebot der Lufthansa betreut. "In den letzten 18 Monaten hat der Markt sehr stark angezogen. 2009 – neuere Zahlen gibt es noch nicht – hatten wir in der Bevölkerung eine Nutzung von mobilem Internet von 20 Prozent. Das ist keine Nische mehr." Außerdem würden schon lange nicht mehr nur die Jungen, die 14-19-jährigen das Angebot nutzen. "Wir haben sehr, sehr viele Geschäftsreisende aber auch Berufsanfänger, die sehr stark in mobile Dienste einsteigen."

Neue Anforderungen durch mobiles Internet

Stadtkarte

Suchen in Stadtplänen könnte dank Handy bald vorbei sein

Diesen Markt will sich auch die Reisebranche nicht entgehen lassen. Doch es ist auch ein Markt, der neue Anforderungen stellt. Ein großer Fehler sei, so sagt Steffen Schlimmer von der Technologieplattform Netbiscuits, das Mobile Portal für einen kleinen Bruder des bereits bestehenden Internetauftritts des Unternehmens zu halten. Vielmehr sei das mobile Internet ein eigenes Medium, bei dem sich die Nutzer anders verhalten würden, sagt Schlimmer. "Sie wollen viel schneller zu ihren Informationen kommen, sie haben beschränkte Displays und es ist natürlich auch immer noch ein neues Medium und da ist die Handhabbarkeit des Ganzen extrem wichtig."

Mit Kunden auf Tuchfühlung

Applikation der Firma Pausanio. Quelle: Pausanio

Pausanio führt seine Kunden per Applikation durch die Welt

Besonders komfortabel sind Applikationen für Smartphones, kurz Apps genannt. Das sind spezifische Anwenderprogramme, individuell auf das anbietende Unternehmen zugeschnitten. Bekannt wurden sie durch das Iphone von Apple. 150.000 Apps gibt es derzeit bei Apple, im Januar 2010 wurden weltweit zwei Milliarden Downloads der Mini-Anwendungen verzeichnet.

Wenn man mit seinem App auf einem Smartphone installiert sei, so sagt Steffen Schlimmer, dann sei der Kunde ganz nah. "Jeder hat ein Handy, hat da auch private Sachen drauf, es ist also ein sehr persönliches Medium. Sie können also bei jedem Nutzer direkt in der Tasche sein mit ihren Diensten und vor allem mit ihren mobil optimierten Diensten, die sie auf den Markt bringen."

Anwendungen für Städte und Museen

Das mobile Internet per Telefon ist aber nicht nur ein zusätzlicher Vermarktungsweg, es gibt auch Angebote, die mit dieser Technik erst richtig attraktiv werden. So bietet das noch junge Unternehmen Pausanio Audioführungen für Städtereisende und Kunstinteressierte an, die seit Januar nun auch mobil abrufbar sind. Ob man in Paris, Berlin, London oder Prag unterwegs ist, den Kölner Dom interaktiv entdecken will oder eine Schifffahrt auf der Donau macht – für 3,99 Euro kann man sich den ganzen Tag lang audiovisuell führen lassen, wie Geschäftsführer Holger Simon erklärt.

Besucher im Brandhorst Museum in München, Foto: AP

Auch Museen können ihren Besuchern mehr Service über Apps bieten

Sein Unternehmen habe zwei Zielgruppen: Bei den Kunst- und Kulturreisenden werde sich das Geschäft über die Masse und über den kleinen Preis rentieren, hofft er. Die zweite Gruppe seien die Geschäftskunden, beispielsweise Museen und Städte. "Wir bauen, das ist für die Museen ganz interessant, auch die Applikationen oder auch den Audioguide. Das heißt, wir können auch die Inhalte machen und damit den Museen einen kompletten Service anbieten."

Auf der Internationalen Tourismusbörse ist in diesem Jahr erstmals eine ganze Halle für die mobilen Internet-Angebote reserviert. Und das nicht ohne Grund. Experten gehen davon aus, dass schon 2012 die Hälfte aller internetfähigen Geräte mobil sein wird.

Autorin: Sabine Kinkartz

Redaktion: Insa Wrede

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