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Kultur

Handke verzichtet auf Heine-Preis

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke verzichtet auf den mit 50 000 Euro dotierten Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Er wolle sich nicht wieder "Pöbeleien von Parteipolitikern" aussetzen.

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Peter Handke

Handke habe dies Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) in einem Brief mitgeteilt, berichtete ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Handke schrieb, er wolle sich und seinem literarischen Werk ersparen, wieder Pöbeleien von Parteipolitikern ausgesetzt zu sein. "Schade ist vielleicht nur, dass ich im Dezember einiges hätte darlegen können zum Unterschied zwischen journalistischer und literarischer Sprache", schrieb Handke weiter.

Erwin sagte, er bedauere Handkes Entschluss zutiefst. "Ich respektiere jedoch seine Entscheidung, gerade nach all dem, was in den letzten beiden Wochen über ihn hereingebrochen ist."

Parteinahme vorgeworfen

Die Entscheidung der Preis-Jury für Handke war auf massive Kritik gestoßen. Ihm wurden seine Parteinahme für Serbien im Balkankrieg und sein Verständnis für den serbischen Ex-Diktator Slobodan Milosevic vorgehalten.

Erwin sprach von einer Hetzjagd auf Handke. Der Heine-Preis werde in diesem Jahr an niemanden vergeben, er werde die Jury nicht erneut einberufen, kündigte der Oberbürgermeister an.

Stadtrat-Sitzung erübrigt sich

Die für den 22. Juni vorgesehene Abstimmung im Düsseldorfer Stadtrat über die Vergabe des Preises entfällt damit. SPD, Grüne und FDP im Rat der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hatten signalisiert, das Preisgeld nicht zur Verfügung stellen zu wollen; die CDU hatte sich unentschieden gezeigt. Für die Abstimmung sollte der Fraktionszwang aufgehoben werden.

Der Heine-Preis ist mit 50.000 Euro einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise. Er wird seit 1972 an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen "den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten". (stl)

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