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Wirtschaft

Handelskonzern Metro macht Microsoft nervös

Mit dem neuen Betriebssystem "Windows-8" wollte Microsoft voll durchstarten. Doch die neue Vorzeigeoberfläche "Metro" hat plötzlich ein Problem - sie heißt wie ein deutscher Handelsriese.

Die Deutschlandzentrale des Software-Unternehmens Mircosoft in Unterschleißheim bei München in einer Aufnahme vom 24.01.2003. Microsoft Deutschland ist die grösste europäische Auslandstochter der amerikanischen Microsoft Corporation und wurde am 25. 01.1983 mit sechs Mitarbeitern gegründet, heute sind es in Deutschland rund 1.400. Die deutsche Tochter in Unterschleissheim ist für den Vertrieb und das Marketing der Microsoft-Produkte in Deutschland zuständig. Entwickelt und lokalisiert werden die Produkte in den USA, die Produktion für die europäischen Länder ist in Irland zentralisiert.

Microsoft Deutschland Zentrale Deutschlandzentrale

Weniger als drei Monate vor der Einführung von "Windows-8" hat Microsoft deshalb den Namen für die grafische Oberfläche des Betriebssystems geändert. Eigentlich sollte die kachelartike Oberfläche "Metro" heißen, doch der deutsche Handelskonzern Metro hat Microsoft eine Strich durch die Rechnung gemacht. Nun hat dieser zentrale Bestandteil der Software jetzt den Namen "Windows 8-style UI".

Heruntergespielter Konflikt

Nach einem Bericht des Online-Magazins "Ars Technica" bestätigte ein Branchen-Insider der Nachrichtenagentur dpa den Markenkonflikt der beiden Unternehmen. Ein Sprecher des Handelskonzerns Metro sagte in Düsseldorf: "Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte." Auf Nachfrage erklärte er, dass Metro sicherlich eine schützenswerte Marke sei, wie dies für jedes andere Unternehmensnamen auch gelte. Auch Microsoft war bemüht, den Konflikt herunterzuspielen. Der Name Metro sei in der Phase der Produktentwicklung nur als Codename, also gewissermaßen als Arbeitstitel, verwendet worden, erklärte ein Sprecher des Software-Konzerns. Jetzt habe man eine kommerzielle Bezeichnung gewählt.

Hoffnungsträger von Windows-8: die neue kachelartige Oberfläche (Foto: dpa - Bildfunk)

Hoffnungsträger von Windows-8: die neue kachelartige Oberfläche

Allerdings hat Microsoft bereits am Mittwoch (01.08.2012) die fertige Windows-8-Software an die ersten PC-Hersteller ausgeliefert - da wurde die Benutzeroberfläche noch als "Metro" bezeichnet. Das Online Magazin "Ars Technica" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Microsoft rechtliche Konsequenzen wegen Verletzung der Handelsmarke Metro angedroht worden seien. Daher habe die Rechtsabteilung des Software-Herstellers die weitere Verwendung des Begriffs "Metro" gestoppt.

Nicht noch ein Rechtsstreit

UI ist die Abkürzung für "User Interface" (Benutzeroberfläche). In Zusammenhang mit den weiteren Microsoft-Produkten werde das Design nun als "New User Interface" bezeichnet. Nach Informationen von dpa erfolgte die Namensänderung, bevor die Justiz mit dem Markenstreit befasst wurde. In der IT-Branche überziehen sich mehrere konkurrierende Unternehmen zurzeit mit Prozessen wegen der Verletzung von technischen Patenten und Geschmacksmustern.

Am heftigsten tobt dieser Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung um das Design von Tablet-Computern und Smartphones. Die Bezeichnung "Metro" hat Microsoft seit 2006 als internen Codenamen für die technische Plattform zur Darstellung von digitalen Inhalten verwendet. Zu den Design-Prinzipien gehört die Ablösung der bisherigen Datei- und Programmsymbole (Icons) durch kachelartige Rechtecke, die vom Nutzer nach eigenen Bedürfnissen angeordnet werden können.

Bei der Steuerung der Oberfläche spielen Animationen und Übergänge eine große Rolle. Vor Windows 8 ist diese Oberfläche bereits für das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone umgesetzt worden, das im November 2010 eingeführt wurde. Dabei hat Microsoft die Bezeichnung "Metro" nicht nur intern, sondern auch in der öffentlichen Werbung für seine Produkt breit eingesetzt.