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Handball-WM

Handball-WM: Schluss mit fahrlässig

Bei der Handball-WM in Frankreich spielt Europameister Deutschland gegen Kroatien um den Gruppensieg. Bundestrainer Dagur Sigurdsson holt zwei erfahrene Spieler zu seinem Team dazu.

Nationalspieler Hendrik Pekeler beim Wurf. Foto: dpa-pa

Europameister Hendrik Pekeler soll die deutsche Defensive stabilisieren

"Es ist das erste Spiel mit Endspiel-Charakter, deswegen ist es sehr interessant", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdssson vor dem letzten Vorrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft am Freitag (Anwurf 17.45 Uhr MEZ) in Rouen gegen Kroatien. "Wir werden alles, was wir haben, in dieses Endspiel packen." Wie das deutsche Team hat auch die kroatische Auswahl bisher alle vier WM-Partien gewonnen, im direkten Duell geht es also um den Gruppensieg.

Duvnjak: "Wir sind bereit"

Die Bilanz von Europameister Deutschland gegen Kroatien ist negativ, bei der WM vor zwei Jahren in Katar verlor das DHB-Team mit 23:28. Und auch beim letzten Vergleich, einem Testspiel unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, hatte die Mannschaft um Superstar Domagoj Duvnjak knapp die Nase vorn (17:16). "Wir sind bereit", sagte Rückraumspieler Duvnjak: "Wir werden alles versuchen, um Gruppenerster zu werden." Der Respekt vor Deutschland ist allerdings groß. "Deutschland spielt überragend. Besonders in der Abwehr. Sie haben zwei überragende Torhüter", lobte Duvnjak, der sein Geld beim deutschen Bundesligisten THW Kiel verdient.

Kroatiens Superstar Domagoj Duvnjak beim Sprungwurf im WM-Spiel gegen Ungarn. Foto: dpa-pa

Schwer zu stoppen: Kroatiens Superstar Domagoj Duvnjak (2.v.l.)

Pekeler und Glandorf nachbeordert

Bundestrainer Sigurdsson hat seinen Kader noch einmal feinjustiert. Der Isländer schickte Linksaußen Rune Dahmke nach Hause und beorderte dafür Europameister Hendrik Pekeler nach Nordfrankreich. "Ich weiß, dass Pekeler uns hinten Stabilität geben kann", begründete Sigurdsson seine Entscheidung. Ursprünglich hatte Pekeler freiwillig auf die Teilnahme an der WM verzichtet, weil er sich zu stark belastet fühlte, und erklärt, nur im Notfall bereit zu stehen. "Jetzt habe ich den Joker einfach gezogen", sagte Sigurdsson, der zuvor bereits mit dem 33-jährigen Holger Glandorf einen Weltmeister von 2007 hinterhergeholt hatte, auch um in der K.o.-Phase flexibler zu sein.

Ab jetzt wird es ernst

Die Qualitäten der beiden erfahrenen Akteure dürften aber schon am Freitag im Gruppenspiel gegen Kroatien gefragt sein. DHB-Vizepräsident Bob Hanning sieht das deutsche Team in der Lage, gegen jede Mannschaft zu gewinnen. "Wir können aber auch gegen jeden verlieren, wenn die Fokussierung nicht voll da ist", sagte Hanning. Das war auch in einigen Gruppenspielen gegen überforderte Gegner zu erkennen. Gerade gegen Weißrussland am Mittwoch (31:25) wirkte die Mannschaft um Kapitän Uwe Gensheimer vor allem im ersten Durchgang extrem fahrlässig. Erst als Sigurdsson in seiner Halbzeitansprache deutlich den Ton verschärfte, änderte sich die Einstellung. Sollte seine Mannschaft gegen die Kroaten von Beginn an ähnlich unkonzentriert zu Werke gehen, dürfte das bestraft werden. "Wir brauchen jetzt genau dieses Spiel mit Blick auf das Achtelfinale", sagte Hanning.

Belohnung: kurze Anreise

Nur wenn das deutsche Team seine Gruppe als Erster abschließt, geht es im Achtelfinale im nur rund zwei Bus-Stunden entfernten Paris weiter. Wird die DHB-Auswahl Gruppenzweiter, droht dagegen eine Reise ins rund 900 Kilometer entfernte Montpellier. "Natürlich wollen wir Kroatien schlagen. Nicht nur für den Gruppensieg und unseren Kopf, sondern auch weil eine Reise nach Paris deutlich angenehmer wäre", sagte Rückraumspieler Kai Häfner.

sn/asz (dpa, sid)

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