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Sport

Handball-WM mit Hammer-Vorrunde

Bei der an diesem Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaft in Schweden geht es für die deutschen Handballer gleich in die Vollen. In der Vorrunde warten auf das Team von Bundestrainer Heiner Brand mehrere Topteams.

Heiner Brand (Foto: AP)

Schwere Aufgaben für Trainer Brand und sein Team

Hoffentlich stimmt die alte Theater-Weisheit, dass eine verpatzte Generalprobe ein gutes Omen für die eigentliche Aufführung ist. Die Generalprobe der deutschen Handballer für die Weltmeisterschaft in Schweden (13. bis 30.01.2011) ging nämlich gründlich daneben. Innerhalb von 22 Stunden verlor die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand am vergangenen Wochenende in Reykjavik gleich zweimal gegen den Olympia-Zweiten Island. Brand wollte anschließend jedoch nicht schwarz malen. "Wir waren über weite Strecken auf Augenhöhe", sagte der 58-Jährige. "Wir hatten immer mal wieder gute Momente."

Topgegner in der Vorrunde

Spielszene aus dem EM-Hauptrundenspiel 2010 Deutschland gegen Frankreich (Foto: AP)

Bei der EM 2010 gewann Frankreich mit 24:22 gegen Deutschland

Bei der WM werden konstant gute Momente nötig sein, denn die Gegner in der Vorrundengruppe haben es in sich. Frankreich, der WM-Titelverteidiger, Europameister und Olympiasieger, ist auch in Schweden Topfavorit. Mit Thierry Omeyer, Nikola Karabatic und Bertrand Gille haben die Franzosen gleich drei Welthandballer in ihren Reihen. Spanien, der Weltmeister von 2005, wird bei internationalen Wettbewerben eigentlich immer als Titelkandidat gehandelt. Afrikameister Tunesien gilt als ebenso unbequemer Gegner wie Ägypten.

Gegen die vom Deutschen Jörn-Uwe Lommel trainierten Ägypter bestreitet das deutsche Team am Freitag (14.01.2011) sein Auftaktspiel. Lediglich WM-Neuling Bahrain gilt als noch weitgehend unbeschriebenes Blatt im Handball. Doch Vorsicht ist geboten. Schließlich überraschte das Team aus dem Golfstaat als Zweiter der Asien-Meisterschaft. Die jeweils besten drei Mannschaften der sechs Vorrundengruppen qualifizieren sich für die Hauptrunde.

Alter Kapitän mit neuer Stärke

Die deutsche Mannschaft hat einiges wieder gutzumachen. Bei der Europameisterschaft 2010 in Österreich hatte sie mit Platz zehn maßlos enttäuscht. "Das ist Schnee von gestern", wiegelt Michael Kraus ab. Bei der EM noch ein Schatten seiner selbst, präsentierte sich der Spielmacher des Bundesliga-Spitzenreiters HSV Hamburg zuletzt in bestechender Form.

Michael Kraus bei einem Wurf im EM-Spiel 2010 gegen Slowenien (Foto: AP)

Spielmacher Michael Kraus gehört zu den Hoffnungsträgern im deutschen Team

"Er zeigt nach langer Zeit mal wieder, was in ihm steckt", lobt Heiner Brand. In Absprache mit dem Bundestrainer hatte Kraus nach der verkorksten EM die Kapitänsbinde an Pascal Hens abgegeben. Im deutschen Kader stehen noch zehn Spieler, die 2007 bei der Heim-WM den Titel geholt hatten. Für viele überraschend verzichtet Brand in Schweden auf Linksaußen Torsten Jansen, der im WM-Finale vor vier Jahren gegen Polen acht Treffer erzielt hatte. Im Gegensatz zu den letzten großen Turnieren konnte der Bundestrainer diesmal aus dem Vollen schöpfen. Kein Leistungsträger fiel wegen einer schweren Verletzung aus.

Jeder siebte WM-Teilnehmer spielt in der Bundesliga

Mit drei Weltmeistertiteln in den Jahren 1934, 1978 und 2007 belegt Deutschland in der ewigen WM-Tabelle derzeit den dritten Platz hinter Schweden und Rumänien. Die vergangene Weltmeisterschaft, 2009 in Kroatien, hatte Heiner Brands Mannschaft auf Rang fünf beendet. Einen Titel hat sich Deutschland schon vor Turnierbeginn gesichert: In keiner anderen Liga weltweit verdienen so viele WM-Teilnehmer ihr Geld wie in der Handball-Bundesliga. Von den vorläufig gemeldeten 640 Spielern der 24 startenden Teams stand etwa jeder siebte bei einem deutschen Club unter Vertrag. Gastgeber Schweden, der das Turnier an diesem Donnerstag mit seinem Spiel gegen Chile eröffnet, bietet gleich neun Bundesliga-Legionäre auf.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Arnulf Boettcher

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