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Asien

Han-Chinesen protestieren in Urumqi

In Urumqi ist es offenbar zu neuen Protesten gekommen. Augenzeugen berichten, dass sich in der Innenstadt Tausende Han-Chinesen versammelt haben, um gegen die schlechte Sicherheitslage zu protestieren.

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Demonstranten schwenken chinesische Fahnen

An den großen Kreuzungen der Stadt hätten am Donnerstag (03.09.2009) Polizisten Stellung bezogen, berichteten Bewohner. Die Bevölkerung sei aufgefordert worden, ihre Häuser nicht zu verlassen. Die staatliche Zeitung China Daily meldet unter Berufung auf Polizeikreise, an mehreren Orten der Stadt hätten sich Menschenmengen zusammengefunden, um gegen die schlechte Sicherheitslage zu protestieren.

Bei den Demonstranten soll es sich laut Augenzeugen vor allem um Han-Chinesen handeln. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua spricht aber auch von einigen uigurischen Teilnehmern. Die Demonstranten verlangen eine Verbesserung der Sicherheitslage, nachdem in den vergangenen Wochen die Angst vor Angriffen mit gebrauchten Spritzen in der Stadt umgeht. Demnach wurden mehrfach Menschen mit gebrauchten Spritzen bedroht und angegriffen, die angeblich mit HIV infiziert sind. Unter Han-Chinesen verbreitet sich das Gerücht, dass es sich bei den Tätern um Uiguren handelt, die gezielt Han-Chinesen angreifen. Die Polizei hat inzwischen die Spritzenangriffe bestätigt und bekannt gegeben, dass sie 15 Verdächtige verhaftet habe. Ein chinesischer Fernsehsender sprach von mehr als 400 Fällen, darunter vor allem Han-Chinesen.

Rücktritt des Parteichefs gefordert

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei in Xinjiang, Wang Lequan, hat laut Xinhua die Demonstranten zu Ruhe und Zurückhaltung aufgerufen. Augenzeugen berichteten, die Parolen seien auch gegen ihn persönlich gerichtet gewesen. Die Demonstranten hätten ihm Versagen in der Sicherheitsfrage vorgeworfen und seinen Rücktritt gefordert. Außerdem forderten sie die Bestrafung der Täter vom Juli 2009.

Ethnische Spannungen

Damals waren bei Unruhen nach offiziellen Angaben fast 200 Menschen getötet worden. Uiguren hatten gegen ihre Benachteiligung durch den chinesischen Staat protestiert und dabei gezielt Han-Chinesen angegriffen. Seit den Unruhen dieses Jahres ist das Verhältnis zwischen den Volksgruppen gespannt. Die Han-Chinesen stellen die überwältigende Mehrheit im Vielvölkerstaat China und dominieren inzwischen auch das Bild in der Hauptstadt der Uiguren-Provinz Xinjiang. Exil-Uiguren werfen der Zentralregierung in Peking vor, gezielt Han-Chinesen in Xinjiang anzusiedeln. (böl/tl/ap/afp/rtr)

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