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Aktuell Asien

Hamsterkäufe in China wegen Benzol im Wasser

Fast zweieinhalb Millionen Menschen in China sind vorübergehend ohne Trinkwasser. Durch ein Leck in einer Ölpipeline wurde das Trinkwasser in der Stadt Lanzhou im Norden des Landes mit giftigem Benzol verseucht.

Mehrfach schon ist in der Vergangenheit Gift im Wasser von Flüssen der Volksrepublik entdeckt worden, nachdem Konzerne ihre Abwasser dorthin abgeleitet hatten. Von dem jüngsten Umweltskandal in China ist nun gar das Leitungswasser betroffen - rund 2,4 Millionen Menschen in Lanzhou im Norden Chinas müssen vorübergehend darauf verzichten. Die Stadt ist bekannt für ihre chemische Industrie und auch für die damit einhergehende Umweltverschmutzung.

Die Berichte über das verseuchte Trinkwasser lösten Panik in der Bevölkerung aus. Die Menschen stürmten die Supermärkte der Stadt und deckten sich dort mit Wasserflaschen ein (Bild). Obwohl die Feuerwehr weitere Notrationen nach Lanzhou brachte, waren die Vorräte in den Geschäften rasch ausverkauft.

Grenzwert um das 20-Fache überschritten

Zunächst waren am Donnerstag etwa 118 Mikrogramm Benzol pro Liter im Trinkwasser der Stadt Lanzhou gemessen worden. Der Wert stieg bis Freitag auf 200 Mikrogramm an. Das ist das 20-Fache des in China gültigen Grenzwertes. Die Stadtverwaltung forderte die Bewohner in Lanzhou auf, die nächsten 24 Stunden kein Leitungswasser zu trinken.

Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, ist ein Leck in einer Rohöl-Pipeline einer Tochtergesellschaft des staatlichen Konzerns China National Petrolem Corp verantwortlich für die Verseuchung des Trinkwassers mit Benzol.

Inzwischen gaben die Behörden Entwarnung: Das Leck sei gefunden und würde rasch repariert. Die Werte im Trinkwasser seien stark rückläufig, wie jüngste Messungen ergeben hätten. Nur wenige Stadtbezirke seien noch betroffen.

Benzol ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff, der in der Natur in geringen Konzentrationen in Erdöl und Steinkohle vorkommt. In der Industrie wird Benzol als Lösungsmittel etwa bei der Herstellung von Plastik verwendet. Es ist krebserregend.

kis/uh (dpa, rtre, afpe)

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