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Frankreich

Hamon ist Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten

Frankreichs Sozialisten steuern nach links: Benoît Hamon sichert sich die Präsidentschaftskandidatur. Die Partei steht vor einer Zerreißprobe.

Der Parteilinke Benoît Hamon hat die Präsidentschaftsvorwahl von Frankreichs Sozialisten gewonnen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP setzte er sich in der Stichwahl nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen mit gut 58 Prozent klar gegen den früheren Premierminister Manuel Valls durch, der etwas mehr als 41 Prozent erhielt. Hamon tritt damit als Kandidat der Sozialisten bei der Präsidentenwahl in drei Monaten an. Der 49-Jährige galt als Favorit der Stichwahl. Er hatte schon in der ersten Runde vor einer Woche die meisten Stimmen erhalten.

"Herzliche Gratulation"

Valls räumte seine Niederlage ein und gratulierte Hamon "herzlich". Der frühere Bildungsminister habe jetzt die "schöne Aufgabe", das linke Lager vor der Präsidentenwahl zusammenzuführen, sagte der Vertreter des rechten reformorientierten Parteiflügels. 

Hamon steht für einen klaren Bruch mit der Politik von Staatschef François Hollande, der selbst nicht mehr ins Rennen geht. Umfragen sehen die Sozialisten aber weit hinter dem konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon und der rechtsextremen Bewerberin Marine Le Pen.

Zerreißprobe  für die Sozialisten

Die Wahl Hamons bedeutet drei Monate vor der Präsidentenwahl für die Sozialisten eine Zerreißprobe. Es ist unklar, ob der rechte Parteiflügel sich klar hinter den Gewinner stellen wird. Auch auf europäischer Ebene dürfte Hamon anecken, er fordert etwa ein Moratorium für den Euro-Stabilitätspakt, der das Haushaltsdefizit der Euro-Staaten auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt.

Hamon kündigte am Wahlabend an, ein linkes Bündnis zu schmieden: Er will mit Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon und dem grünen Präsidentschaftskandidaten Yannick Jadot Gespräche über eine Zusammenarbeit führen. 

An der entscheidenden Runde der Sozialisten-Vorwahl beteiligten sich deutlich mehr Bürger als am ersten Wahlgang. In 75 Prozent der Wahllokale wurden bis 17.00 Uhr, zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale, gut 1,3 Millionen Menschen gezählt. Das waren 22,8 Prozent mehr als in der ersten Runde. Die Partei rechnete insgesamt mit 1,7 bis 2 Millionen Wählern. In der ersten Runde hatten rund 1,6 Millionen Menschen abgestimmt - deutlich weniger als in der Vorwahl des bürgerlichen Lagers mit mehr als 4 Millionen Wählern.

hf/an/se (dpa, afp, rtr)