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Formel 1

Hamilton gewinnt das Reifen-Drama

Beim Großen Preis von Großbritannien siegt Lewis Hamilton souverän. Sebastian Vettel platzt kurz vor dem Ziel der Reifen - er wird am Ende nur Siebter, bleibt aber WM-Spitzenreiter.

Was für ein bitteres Rennen für Sebastian Vettel und Ferrari. Durch einen Reifenschaden in der vorletzten Runde von Silverstone wird Vettel nach hinten durchgereicht und kommt nur als Siebter ins Ziel. Weil Lewis Hamilton den Grand Prix gewinnt, kommt er in der Gesamtwertung bis auf einen Punkt auf Vettel heran. Für Hamilton ist es bereits der vierte Formel-1-Heimsieg in Serie.

Hinter Hamilton rollten sein Teamkollege Valtteri Bottas und Vettels Ferrari-Stallgefährte Kimi Räikkönen als Zweiter und Dritter ins Ziel. Nach verpatztem Start rieb sich Vettel zunächst in einem harten Duell mit dem niederländischen Red-Bull-Youngster Max Verstappen auf. Auf den Schlussrunden musste er dann zunächst Bottas vorbeiziehen lassen und hatte dann Pech, als er wegen eines geplatzten Vorderreifens einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen musste.

Knackt Hamilton Schumachers Rekord?

Für Mercedes lief dagegen alles nach Wunsch. Bei seiner Fahrt zur Pole Positionhatte Hamilton schon am Vortag einmal mehr die Konkurrenz deklassiert. Bereits zum 67. Mal stellte er sein Auto auf den besten Startplatz, beim nächsten Rennen in Budapest in zwei Wochen könnte er die Bestmarke von Rekordweltmeister Michael Schumacher einstellen.

Hamilton erwischte einen starken Start und zog schnell davon. Dagegen kam Vettel zunächst nicht vom Fleck und musste sich nach einem Zweikampf in den ersten Kurven hinter Teamkollege Räikkönen und Verstappen im Red Bull auf Platz vier einordnen. Dahinter krachte es zwischen den Toro-Rosso-Stallrivalen Carlos Sainz und Daniil Kwjat, für die Aufräumarbeiten musste das Safety-Car ausrücken. Als Schuldigen verurteilte die Rennleitung später den Russen Kwjat zu einer Durchfahrtstrafe.

Formel 1 | Großer Preis von Großbritannien | Boxenstop Vettel (Getty Images/M. Thompson)

Kein Glück mit den Reifen: Das Team von Ferrari

Auch nach dem Neustart hing Vettel zunächst hinter Verstappen fest. Von hinten rückte Bottasim zweiten Silberpfeil näher, der wegen eines regelwidrigen Getriebewechsels nur von Platz neun starten durfte. In Runde 14 setzte Vettel zur knallharten Attacke auf den Niederländer an, Verstappen wehrte sich heftig und blieb nach einem Rad-an-Rad-Duell vorn. "Er will wohl Autoscooter spielen", funkte der 19-Jährige.  Als auch ein zweiter Versuch wenige Runden später scheiterte, griff Ferrari in die Taktikkiste und holte Vettel zum Reifenwechsel an die Box. Der Strategiekniff zahlte sich aus. Verstappen rollte eine Runde später an die Box - und kam hinter seinem deutschen Widersacher zurück auf die Strecke.

Mercedes konnte Glück kaum fassen

Unterdessen kontrollierte Hamilton vorn nach Belieben das Rennen, scheinbar mühelos reihte er Bestzeiten aneinander. Auch nach seinem Boxenstopp behielt er die Führung vor Teamkollege Bottas, der noch mit alten Reifen Platz zwei erobert hatte. Als der Finne sich frische Gummiwalzen holte, zog das Ferrari-Duo Räikkönen und Vettel wieder vorbei. Aber Hamilton an der Spitze war an diesem Tag unerreichbar.  Spannung bezog das letzte Renndrittel zunächst aus der Aufholjagd von Bottas. Vettel wehrte sich zunächst noch erfolgreich, Bottas rutschte kurz neben die Strecke und wirbelte kräftig Staub auf. Doch kurz darauf war Vettel dann chancenlos, auch wenn er nach Silverstone mit 15 PS mehr in seinem Ferrari gekommen war.

Kurz vor Ende wurde es dann hochdramatisch. Zunächst musste Räikkönen wegen eines abgefahrenen Reifens noch einmal zur Garage kommen. Dann folgte Vettel. Mercedes konnte das Glück kaum fassen und bejubelte sogar einen unverhofften Doppelerfolg.

 

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