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Bericht

Hamburger Messerangreifer erwog Attentat mit Fahrzeug

Der Angreifer, der kürzlich in einem Hamburger Supermarkt wahllos auf Menschen einstach, wollte laut seinem Geständnis viele Menschen töten. Das berichten SZ, NDR und WDR. Bei der Tat war war ein Mann gestorben.

Der Messerangreifer von Hamburg-Barmbek hat nach Medienberichten zunächst ein Attentat mit einem Lastwagen oder Auto erwogen. Er habe bei der Tat möglichst viele "Christen und Jugendliche" töten wollen, soll der mutmaßliche Islamist außerdem in einem Geständnis gesagt haben, wie der Recherchepool aus "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR meldet.

Der abgelehnte Asylbewerber habe als "Märtyrer" sterben wollen, und er bedaure, dass er nicht mehr Menschen habe töten können. Die Wahl eines Messers als Waffe soll spontan gefallen sein.

Tat nicht im Namen des IS begangen

Dem Bericht zufolge will sich der Tatverdächtige seit 2014 mit der radikalen Ideologie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beschäftigt haben. Von einem tatsächlichen Kontakt zum IS sei den Ermittlern aber nichts bekannt. In seinem Spind in einem Flüchtlingsheim im Norden Hamburgs hätten Ermittler zwar einen Stoffwimpel mit dem IS-Logo gefunden. In der Haft habe der Mann jedoch erklärt, dass er die Tat nicht im Namen des IS begangen habe.

Der Palästinenser hatte sich am 28. Juli im Stadtteil Barmbek in einem Supermarkt mit einem Küchenmesser bewaffnet und danach unvermittelt auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Der Angreifer konnte schließlich überwältigt werden und sitzt in Untersuchungshaft.

Auslöser für den Angriff soll dem Medienbericht zufolge das Freitagsgebet in einer nahen Moschee mit einer Predigt zum Tempelberg gewesen sein. Die Auseinandersetzung in Jerusalem zwischen Muslimen und Juden hätten ihn aufgewühlt, soll der Palästinenser in seiner Vernehmung ausgeführt haben.

Innensenator räumt Fehler ein

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) räumte Fehler der Sicherheitsbehörden im Umgang mit Hinweisen auf den späteren Messerattentäter ein. Die Behörden seien teilweise nicht schnell und gründlich genug mit Hinweisen auf die psychische Instabilität des Täters und seine Hinwendung zum radikalen Islam umgegangen, sagte Grote in einer Sondersitzung des Hamburger Innenausschusses zu dem Thema. Auch sei kein psychologischer Sachverstand hinzugezogen worden, obgleich es dazu Anlass gegeben habe.

Nach Ansicht von Grote spricht nicht allzu viel dafür, dass die Tat hätte verhindert werden können. "So einfach ist es nicht", sagte der Senator.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer erklärte, es gebe keine Hinweise, dass der Täter Mitglied in einer terroristischen Vereinigung gewesen sei oder auch nur Kontakt hatte. Er habe sich selbst radikalisiert.

gri/bru (dpa, afp)