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Fußball

Hamburg und Bremen wollen ins Halbfinale

Die Hoffnung Deutschlands liegt im Norden der Republik. Der HSV und Werder Bremen sind die letzten deutschen Vertreter im Uefa-Cup-Viertelfinale. Beide gehen mit einem 3:1-Vorsprung in die Rückspiele am Donnerstag.

Das Ziel - es rückt näher (Quelle: dpa)

Das Ziel - es rückt näher

Franz Beckenbauer bezeichnete ihn einst als den Cup der Verlierer. Doch genauso wie den Kaiser selbst, interessiert das Geschwätz von damals keinen mehr, vor allem nicht die letzten acht im Wettbewerb verbliebenen Mannschaften. Dazu zählen auch der Hamburger SV und Werder Bremen: Beide verfügen mit ihren 3:1-Hinspiel-Siegen über eine auf den ersten Blick gute Ausgangsposition.

Hamburg vor der Partie bei Manchester City

Der Hamburger Trochowski jubelt nach seinem Tor im Hinspiel (Quelle: dpa)

Der Hamburger Trochowski jubelt im Hinspiel

Der HSV musste gegen Manchester City im Hinspiel zunächst den frühen Schock des 0:1-Rückstandes wegstecken, ehe es nach einem erfolgreichen Offensiv-Feuerwerk am Ende 3:1 für die Hansestädter hieß. Joris Mathijsen, der Schütze des ersten Hamburger Treffers, blickt optimistisch auf das Rückspiel: "Wenn man 3:1 gewinnt muss man das Vertrauen haben, dass man das nicht mehr weg gibt, aber natürlich müssen wir aufpassen." Wenn man 1:0 hinten liege in Manchester, dann werde es wieder gefährlich. Aber man habe das Vertrauen, dass man da auch ein paar Tore schießen könne, ergänzte Mathijsen. Doch Piotr Trochowski, der für das zweite Tor der Hamburger sorgte, warnt: "Es ist eigentlich ein sehr gutes Ergebnis, klar. Wir müssen aber von Beginn an einfach da sein in Manchester. Die sind zuhause wesentlich stärker, da verlieren sie nicht so oft." Es sei wichtig, dass man einfach versuche, sein Spiel durchzuspielen, meinte der Nationalspieler.

Noch ist Hamburgs Trainer Jol skeptisch (Quelle: AP)

Noch ist Hamburgs Trainer Jol skeptisch

Nicht so positiv ist allerdings die Personalssituation der Hamburger vor dem Spiel auf der Insel. Sicher fehlen werden die Defensiv-Allrounder Collin Benjamin und Guy Demel, die sich beide weiter mit muskulären Problemen im Oberschenkel herumplagen. Nicht dabei sind zudem die Langzeitverletzten Bastian Reinhardt und Thimothee Atouba sowie die im UEFA-Pokal nicht spielberechtigten Profis Albert Streit und Mickael Tavares. Dafür kann Trainer Martin Jol wieder auf seinen Kapitän David Jarolim bauen, der zuletzt bei der unglücklichen 0:1-Niederlage beim Bundesliga-Rivalen VfB Stuttgart gesperrt gefehlt hatte. Trotz der recht guten Ausgangsposition nach dem 3:1, gibt sich der Coach vor dem Anpfiff nur verhalten optimistisch: "Ich hätte eigentlich auch lieber gehabt, dass wir noch ein viertes Tor machen würden. Wenn wir wieder so ein schnelles Tor kassieren, dann wird es noch schwierig." Jedenfalls können sich die Hamburger bei Manchester City sogar eine knappe Niederlage erlauben, um erstmals seit 1983 wieder in die Vorschlussrunde eines Europacups einzuziehen.

Bremen vor der Partie bei Udinese Calcio

Bremens Sportdirektor Allofs warnt vor Udine (Quelle: AP)

Bremens Sportdirektor Allofs warnt vor Udine

Das gleiche gilt für die Mannschaft aus Bremen im Rückspiel bei Udinese Calcio. Auch die Werderaner gehen mit einem 3:1-Polster in das Rückspiel, nur an der Weser kam das Ergebnis anders zustande als an der Alster. Dort führten die Gastgeber bereits mit 3:0, ehe sie sich durch eine Nachlässigkeit in der Abwehr drei Minuten vor dem Ende noch das Anschluss-Tor einfingen. Entsprechend zurückhaltend blickt Sportdirektor Klaus Allofs auf das Rückspiel in Italien: "Natürlich wäre 3:0 ein vermeintlich besseres Ergebnis für das Rückspiel gewesen, aber so müssen wir eben sehr, sehr konzentriert in das Rückspiel gehen. Bei 3:0 hätte man vielleicht auf die Idee kommen können, dass das schon gelaufen ist." Das sei es aber noch längst nicht und man werde so antreten müssen wie immer auswärts: mit dem Willen auch ein Tor zu erzielen, nicht nur auf Ergebnis zu spielen. Sondern anzutreten, um ein Spiel zu gewinnen, fordert Allofs. Auch Abwehspieler Per Mertesacker will das Hinspiel nicht überbewerten und warnt vor der Mannschaft aus Udine: "Ich denke wir können froh sein mit dem Ergebnis, weil wir richtig gute Italiener gesehen haben, die uns wirklich auch fußballerisch ihren Stempel aufgedrückt haben. Deswegen müssen wir weiter mutig bleiben, sonst haben wir auch im Rückspiel wenig Chancen."

Die Bremer Almeida (re.) und Diego jubeln im Hinpiel (Quelle: dpa)

Die Bremer Almeida (re.) und Diego jubeln im Hinpiel

Man brauche eine couragierte Leistung und auf jeden Fall ein Tor auswärts, betonte Mertesacker. Das späte Gegentor im Bremer Weserstadion nannte Trainer Thomas Schaaf nach dem Spiel "völlig unnötig", war mit dem Resultat aber dennoch zufrieden und gab die Marschroute aus: "Prinzipiell haben wir Udinese zu viele Möglichkeiten, zu viele Chancen gestattet und da müssen wir uns im Rückspiel natürlich anders verhalten." Es werde ihre Aufgabe sein in Italien, wesentlich konzentrierter zu agieren, hob Schaaf hervor. Als "50:50" bezeichnete der Bremer Coach die Chancen seiner Mannschaft das Halbfinale im Uefa-Cup zu erreichen.

Die Nord-Vereine vor einem rein deutschen Halbfinale

Sollten beide deutschen Vertreter in die Vorschlussrunde vordringen, dann kommt es dort zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Auch die beiden weiteren Viertelfinal-Rückspiele finden am Donnerstag statt: Dynamo Kiew erwartet Paris Saint Germain, das Hinspiel endete 0:0. Olympique Marseille empfängt Schachtjor Donezk, die erste Begegnung entschied Donezkmit 2:0 für sich.

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