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Musik

Hamburg - eine klingende Biografie

Zwar ist der Hafen einer der weltweit wichtigsten Umschlagplätze; doch musikalisch betrachtet gehört Hamburg schon seit rund 400 Jahren zu den wichtigsten Musikzentren Deutschlands.

Musikstadt Hamburg. Eine klingende Chronik (Foto: Ellert & Richter Verlag)

Chronik zum Lesen und Hören

Obwohl Ebbe und Flut nicht unbedingt die beste Voraussetzung für eine florierende Handelsstadt sind, war die Freie und Hansestadt Hamburg schon im 17. Jahrhundert zur führenden Drehscheibe in Nordeuropa für den Warenverkehr geworden. Der bescherte ihr großen Wohlstand - und so konnte sich die Stadt musikalisch gesehen einiges leisten: In den Hauptkirchen standen große und klangschöne Orgeln bedeutender Instrumentenbauer und im Theater am Gänsemarkt erfreuten die Bürger sich an Opern von Georg Friedrich Händel und Reinhard Keiser. Dieser Musentempel war eine Sensation in Deutschland; denn solche Vergnügen konnte sich ansonsten nur der Hochadel erlauben.

Wichtige musikalische Station

46 Jahre lang Hamburgischer Kirchenmusikdirektor: der Komponist Georg Philipp Telemann (Foto: ullstein bild - Lebrecht Music & Arts Photo Library)

Georg Philipp Telemann

Diese musikalische Vielfalt genoss schon Georg Philipp Telemann, der 1721 als Kirchenmusikdirektor nach Hamburg kam. Er blieb der Stadt 46 Jahre lang bis zu seinem Tod 1767 verbunden. Auch sein Nachfolger, Johann Sebastian Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel, lenkte bis zu seinem Tod 20 Jahre lang die kirchenmusikalischen Geschicke der Stadt. Für andere Komponisten war Hamburg ein bedeutendes Sprungbrett: Gustav Mahler beispielsweise kam 1891 als Dirigent an die dortige Oper. Doch nach der Hamburger Uraufführung seiner 1. Sinfonie stand für ihn fest, dass das Komponieren in seinem künstlerischen Schaffen die Hauptrolle spielen müsse.

Sehnsucht nach Hamburg

1833 in Hamburg geboren: Johannes Brahms, einer der bedeutendsten Komponisten der deutschen Romantik (Foto: picture-alliance)

Johannes Brahms

Berühmtester Sohn der Stadt ist Johannes Brahms, der 1833 in Hamburg geboren wurde - und den zeitlebens eine gewisse Hassliebe zur Elbmetropole verband: Gerne wäre er in Hamburg geblieben, doch die erhoffte Anstellung blieb aus. Walter Niemann, über 40 Jahre jünger als Brahms, zog bereits als Jugendlicher von der Elbe an den Rhein und ging später als Kompositionsprofessor nach Leipzig. Doch die Eindrücke der Kindheit ließen ihn auch dort nicht los; und so schrieb er 1926 in Leipzig mit der Klaviersuite "Hamburg" eine Liebeserklärung an seine Geburtsstadt. Für die russische Komponistin Sofia Gubaidulina und ihren Kollegen Alfred Schnittke wurde Hamburg zur zweiten Heimat: Hier ließen sie sich nach ihrer Ausreise aus der Sowjetunion nach 1990 nieder.

Klingende Chronik

Sie wird das zukünftige neue Wahrzeichen der Musikstadt Hamburg sein: die Elbphilharmonie, hier in einer Computersimulation (Foto: picture-alliance/dpa)

Künftiges Wahrzeichen: die Elbphilharmonie

Das vom Musikwissenschaftler Hermann Rauhe verfasste und von der Johannes-Brahms-Gesellschaft herausgegebene Buch "Musikstadt Hamburg" ist nicht nur eine äußerst lesenswerte, sondern auch beeindruckende klingende Chronik: Auf 7 CDs führen international renommierte Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten durch 400 Jahre Hamburgische Musikgeschichte. Allein schon die Zusammenstellung von Komponisten und Interpreten macht klar, dass die Hansestadt trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung immer auch ein deutsches Musikzentrum war, ist und auch sein wird. Denn wenn die Elbphilharmonie erst einmal den Spielbetrieb aufnehmen wird, wird sie so zum Wahrzeichen der Stadt werden wie die Oper von Sydney.

Autor: Klaus Gehrke
Redaktion: Gudrun Stegen