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Turnen

Hambüchen hat endlich sein Gold-Reck

Sechs Monate nach seinem Olympiasieg in Rio de Janeiro darf Fabian Hambüchen daheim in Wetzlar erstmals an seinem Gold-Reck turnen. Bei der Gelegenheit erneuert er seine Kritik an der Spitzensport-Reform.

Ein halbes Jahr lang hat Olympiasieger Fabian Hambüchen auf diesen Tag warten müssen. Seit Mittwoch steht das Reck, an dem der 29 Jahre alte Kunstturner im vergangenen August bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille gewann, endlich im Wetzlarer Kunstturn-Leistungszentrum. "Das ist ein schöner Moment", sagte Hambüchen. "Da kommen alle Erinnerungen wieder hoch." Der Hersteller, die deutsche Firma Spieth, hatte dem früheren Welt- und Europameister das Gerät geschenkt, an dem er zum Abschluss seiner internationalen Karriere den größten Triumph gefeiert hatte. Zunächst ein Streit mit dem brasilianischen Sportministerium und dann ein Streik der dortigen Zollbeamten hatten den Transport nach Deutschland lange verzögert.

Schulter-Operation im März

Erste Felgen am Gold-Reck von Rio. Foto: dpa-pa

Erste Felgen am Gold-Reck von Rio

Deutschlands "Sportler des Jahres 2016" hatte nach eigenen Worten nie daran gezweifelt, dass das Reck irgendwann seinen Platz in der Wetzlarer Trainingshalle finden würde, in der er mithilfe seines Vaters und Trainers Wolfgang Hambüchen zum Spitzenathleten gereift war. "Ich wurde immer auf dem Laufenden gehalten, wo es sich gerade befindet", sagte Hambüchen. Nun steht das Gerät den Nachwuchstalenten zur Verfügung und soll diese motivieren, in die Fußstapfen des großen Vorbilds zu treten. Auch Hambüchen selbst wird noch ab und an zu der Stange greifen, die er am Mittwoch schon mal mit ein paar Felgen und Flugelementen einem ersten Belastungstest unterzog. Anfang März muss sich der Starturner allerdings an der Schulter operieren lassen. Wenn die Heilung wie geplant verläuft, könnte Hambüchen im Herbst wieder in der Bundesliga für seinen Verein, die KTV Obere Lahn, an den Start gehen. 

Hambüchen erneuerte in Wetzlar seine Kritik an der Reform des deutschen Spitzensports, die unter anderem eine Reduzierung der Olympia-Stützpunkte vorsieht. "Sportler müssen dort trainieren können, wo sie sich wohlfühlen", sagte der 29-Jährige. "Alles andere macht keinen Sinn. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür."

sn/to (dpa, sid)