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Palästinenser-Konflikt

Hamas übergibt Verwaltung im Gaza-Streifen

Der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah will unverzüglich die Regierung im Gaza-Streifen übernehmen. Die radikal-islamische Hamas hatte sich bereit erklärt, die Verwaltung des Gebiets abzugeben.

"Wir sind gekommen, um der ganzen Welt aus dem Herzen des Gazastreifens zu sagen, dass der palästinensische Staat nicht ohne die Einheit von Gaza und Westjordanland entstehen wird", erklärte der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah Hamdallah am Grenzübergang Erez. Die Fatah-Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas werde die bislang Hamas-geführte Verwaltung übernehmen.

Hamdallah reiste mit einer 120-köpfigen Delegation aus dem Westjordanland in das Küstengebiet. Die Hamas hatte bereits am Sonntag ihr Kulturministerium an die Fatah-Regierung übergeben.

Hamas stimmt gemeinsamen Wahlen zu

Gaza-Streifen Besuch von Palästinenser Premierminister Rami Hamdallah (Getty Images/AFP/M. Hams)

Der palästinensische Premierminister Rami Hamdallah: "Keine Einheit ohne Gaza und Westjordanland"

Es ist Hamdallahs erster Besuch in Gaza seit mehr als zwei Jahren. Seine Regierung will dort am Dienstag tagen. Vor zwei Wochen hatte sich die Hamas bereit erklärt, die Verwaltung des Gazastreifens abzugeben. Sie verwies auf "großzügige Bemühungen" um eine innerpalästinensische Versöhnung durch Ägypten und stimmte allgemeinen Wahlen zu. Die Fatah-Partei von Abbas und die Vereinten Nationen begrüßten den Schritt.

Seit 2006 gab es in den Palästinensergebieten keine Parlamentswahlen mehr. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Sie wird von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft. Seither regierte Abbas mit seiner Fatah-Partei nur noch im Westjordanland.

Bewohner leiden unter verschmutztem Trinkwasser

Einigungsversuche zwischen Fatah und Hamas scheiterten immer wieder. Die Palästinenser wollen einen unabhängigen Staat Palästina im Gazastreifen, Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Israel hat eine Blockade über den Gazastreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Im Gaza-Streifen leben rund zwei Millionen Menschen.

Die Bewohner leiden seit Jahren unter massiven Stromausfällen, im Durchschnitt hat jeder Haushalt pro Tag nur drei bis vier Stunden Strom. Außerdem ist laut UN der überwiegende Teil des Trinkwassers verschmutzt.

myk/qu (dpa, ap, rtre)