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Haltung

Rundrücken und Doppelkinn, einen eingefallenen Brustkorb oder gar einen Sitzbauch – wer möchte das schon haben? Viele Menschen halten sich deswegen fit und halten eisern das tägliche Joggen um sechs Uhr dreißig durch.

Es sieht ganz danach aus, als täte man gut daran, sich mehr als bisher um die eigene Gesundheit zu kümmern. Denn Kranksein wird offensichtlich immer teurer, im schlimmsten Fall so gut wie unbezahlbar.

Gut gehalten

"Sich gesund halten" heißt also die Devise, und damit sind wir auch schon beim Stichwort dieser Woche, nämlich "Haltung". Wie viele andere Wörter der deutschen Sprache ist Haltung ein substantiviertes Verb. Haltung und halten gehören, um es mal salopp auszudrücken, direkt zusammen.

Beispiel: Wer sich stets aufrecht hält, der hat eine aufrechte Haltung. Diese ist zu empfehlen – nicht nur aus medizinischen Gründen. Nun wird aber landauf, landab von Ärzten, Physiotherapeuten, Krankengymnastinnen, Sportlehrerinnen und Sportlehrern und nicht zuletzt von den Krankenkassen die schlechte Haltung der Deutschen beklagt.

Fehlhaltung

Dauernde Fehlhaltung verursacht beispielsweise Rückenbeschwerden, die bewirken, dass wir so genannte Schonhaltungen einnehmen. Diese können ihrerseits zu dauerhaften Haltungsschäden führen, so dass sich schließlich der so geplagte Mensch überhaupt nicht mehr richtig halten kann und sich krumm und schief durchs Leben schleppt. Dabei ist es so einfach, die richtige Haltung im Leben einzunehmen. Am Arbeitsplatz zum Beispiel. In jeder besseren Bedienungsanleitung für den Computer wird in Wort und Bild beschrieben, wie der moderne Mensch an seinem Rechner sitzen soll.

Und was machen wir? Spätestens wenn uns der Computer mit seinem Eigenleben konfrontiert und wir Unheil ahnend ein nervöses "Warum macht er das jetzt" raunen, spätestens dann beginnen sich unsere Beine unterhalb der Knie auf merkwürdige Weise zu verschränken, als wollten sie einen Knoten bilden. Wir verlassen den Sicherheitsabstand zum Bildschirm und starren, das Kinn wie Rodins "Denker" auf die Hand gestützt, grimmig auf den Monitor. Da wir wissen, wie wichtig die richtige, gesunde Körperhaltung für unser Wohlbefinden ist, machen wir das nur einmal.

Fit halten

Rundrücken und Doppelkinn, einen eingefallenen Brustkorb, gar einen Sitzbauch und Kreuzschmerzen – wer möchte das schon haben? Also halten wir uns fit, halten eisern das tägliche Joggen um sechs Uhr dreißig durch und beugen mit leichter Gymnastik in der Mittagspause – "Sie können diese Übungen überall machen", heißt es im Prospekt der Krankenkasse – jedweden Haltungsschäden vor.

Wenn wir dann abends, aber bitte nicht später als 18 Uhr, eine skandinavische Knusperschnitte – "Essen Sie noch oder hungern Sie schon?" – mit einem köstlichen Salatblatt belegt langsam verspeist haben, ist auch dafür gesorgt, dass unser ohnehin durch Gehen auf hartem Asphalt belasteter Bewegungsapparat kein zusätzliches Gramm zu tragen hat.

Innere Haltung

Wessen Haltung durch solch bewundernswerte Disziplin, Einsicht und den festen Glauben an sich selbst das Prädikat "sehr gut" verdient hat, der darf sich dann auch einmal in aller Ruhe um das kümmern, was ebenfalls mit Haltung bezeichnet wird: Die innere Grundeinstellung. Die Haltung gegenüber Menschen und Dingen, die Haltung, die Denken und Handeln prägt.

Die so verstandene Haltung speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Sie hat viel mit Erziehung, mit dem, was gemeinhin als Sozialisation bezeichnet wird, mit Religion und besonders prägenden, persönlichen Erfahrungen zu tun. Politikern unterstellt man gemeinhin, je nachdem welcher Partei sie zuzuordnen sind, eine liberale, konservative, fortschrittliche Haltung, aber das sind letztlich nichtssagende Etikettierungen. Wer welche Haltung einnimmt, wes Geistes Kind jemand ist, zeigt sich immer in der konkreten Situation. Das gilt weiß Gott nicht nur für Politiker, sondern für alle, die unter welchen Umständen auch immer, Farbe bekennen müssen.

Haltungsschäden

Im allgemeinen lässt sich wohl sagen, dass mit offenen, aufrichtigen Menschen, auf die man sich verlassen kann, die halten, was sie versprechen, die verantwortungsbewusst mit ihren Mitmenschen umgehen, die also eine innere Haltung an den Tag legen, gut zu leben ist. Sie haben vielleicht den einen oder anderen Haltungsschaden, machen aber trotzdem eine gute Figur.

Fragen zum Text

Jemand, der einen krummen Rücken hat, hat …

1. Haltungsschäden.

2. eine gute Haltung.

3. sich falsch verhalten.

Wer regelmäßig joggen geht, hält sich …

1. krumm.

2. fit.

3. jung.

Die innere Haltung, die Denken und Handeln prägt, wird auch … genannt.

1. Fehlverhalten

2. Halteverbot

3. Grundeinstellung

Arbeitsauftrag

Verändern Sie Ihre Haltung – stellen Sie pantomimisch, also ohne zu sprechen, ein Tier dar. Ihre Klasse muss raten, welches Tier Sie sind. Derjenige, der richtig rät, ist als nächster an der Reihe.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Ingo Pickel

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