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Wissen & Umwelt

Hallo Tiger, halte durch!

Schlechte Nachrichten für den König des Dschungels: In diesem Jahr wurden in Indien bereits mehr Tiger getötet als im Gesamtjahr 2015. Warum müssen die schönen Tiere sterben?

Im vergangenen Jahr wurden in Indien insgesamt 25 illegal getötete Tiger registriert. Bis zum 26. April waren es in diesem Jahr schon 28 - keine gute Bilanz.

"Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach illegalen Tigerprodukten wieder steigt, insbesondere nach Fellen und Knochen", sagte Tito Joseph von der Nichtregierungsorganisation Wildlife Protection Society of India (WPSI) der Nachrichtenagentur dpa. "Gleichzeitig gab es in diesem Jahr zwei spektakuläre Fälle, bei denen die Polizei jeweils fünf gewilderte Tiger auf einmal sicherstellen konnte." Die höheren Zahlen könnten demnach auch auf bessere Strafverfolgung zurückzuführen sein.

Erst Anfang April fand in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi eine internationale Tigerkonferenz statt. Hier wurden weltweit steigende Tigerzahlen gemeldet. Statistiken zum Tigerbestand sind jedoch aufgrund sehr unterschiedlicher Zählmethoden und der geringen Gesamtzahl nur schwer vergleichbar.

Der Tiger hat keine natürlichen Feinde, aber der Mensch macht ihm das Leben schwer - vor allem durch Abholzung in seinem Lebensraum, Wilderei und die traditionelle asiatische Medizin. Die Zähne des Tigers gelten zum Beispiel als hilfreich gegen Fieber, seine Schnurrhaare als Mittel gegen Zahnschmerzen.

Der Königstiger

Der Tiger ist eine in Asien verbreitete Großkatze. In

13 asiatischen Ländern

kommen die Tiere noch in der freien Wildbahn vor. Ob es nun fünf oder sechs Tiger-Unterarten gibt, darüber sind sich die Experten uneinig. Denn der Südchinesische Tiger ist zwar als Unterart registriert, wurde aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet.

Bengalischer Tiger steigt aus dem Wasser (Foto: AP Photo/Joydip Kundu)

Der indische Tiger wird auch Bengal- oder Königstiger genannt. Er ist das Nationaltier Indiens und Bangladeschs.

Die Bezeichnung Königstiger stammt ursprünglich aus der englischen Jägersprache ("royal tiger") und meinte zunächst keine eigene Unterart, sondern besonders große und seltene Exemplare, die begehrte Jagdtrophäen darstellten. Diese "royal tigers" hatten nicht nur eine sehr kontrastreiche Fellfärbung, sondern auch eine regelmäßige Zeichnung der schwarzen Streifen, die nicht unterbrochen waren.

Die Tiger-Unterart wurde vorher einfach "indischer" beziehungsweise "bengalischer" Tiger genannt. Heute trifft der Begriff auf alle indischen Tiger zu.

Tiger ist nicht gleich Tiger

Den größten sichtbaren Unterschied gibt es zwischen dem kleinen, kontrastreichen Sumatra-Tiger und dem großen, eher blass gefärbten Sibirischen Tiger. Während die Sumatra-Tiger eine Kopf-Rumpf-Länge (die gemessene Länge von der Spitze der Schnauze bis zur Schwanzwurzel) von etwa 140 Zentimetern erreichen, kann ein männlicher Sibirischer Tiger das locker mit 280 Zentimetern toppen. Beim Gewicht reicht die Spanne von etwa 120 Kilogramm bis 250 Kilogramm geballter Streifenpower.

Der Weiße Tiger ist übrigens keine eigene Unterart. Er ist eine Farbvariante des Bengal-Tigers - also kein Albino, denn dann hätte er rote oder farblose statt strahlend blaue Augen. Heute werden die Weißen Tiger allerdings nur noch gezüchtet, das letzte freilebende Exemplar wurde 1958 erlegt.

Weißer Tiger (Foto: PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images).

Der Weiße Tiger ist eine Seltenheit

Schwierige Kindheit?

In freier Wildbahn werden Tiger etwa 15 Jahre alt, in Zoos können sie auch weit über 20 werden. Besonders schwer hat es der Nachwuchs, denn die Jungensterblichkeit liegt bei wilden Tigern bei etwa 60 Prozent.

Ein Weibchen bringt pro Wurf etwa drei Junge zur Welt - und muss am Anfang ganz besonders gut auf den Nachwuchs aufpassen. Denn die Tigerbabys sind erst einmal blind. Ab einem Alter von anderthalb sind sie in der Lage, selbst auf die Jagd zu gehen.

Amurtigerbabys (Foto: AP Photo/Eckehard Schulz).

Tigerbabys: keine unbeschwerte Kindheit

Kraftpaket

Auch wenn Tiger es bevorzugen, ihrem Opfer mit den Zähnen den Nacken zu brechen, wäre es ihnen auch ein Leichtes, ihm einfach eine ordentliche "Ohrfeige" zu verpassen. Schon mit einem einzigen Hieb seiner Pranke könnten sie einem Bären zum Beispiel das Rückgrat brechen.

Abdruck einer Tigerpfote im Boden (Foto: dpa).

Die gewaltigen Pranken des Tigers können bleibende Spuren hinterlassen - sowohl auf dem Boden als auch bei seinem Opfer

Scharfe Zunge

Wie alle anderen Katzen - unsere Hauskatzen eingeschlossen - hat der Tiger unzählige Papillen auf der Zunge, Geschmacksrezeptoren also. Damit kann er aber nicht nur schmecken, sie dienen auch dazu, seine Beute zu zerlegen. Denn die Papillen sind mit vielen, etwa fünf Millimeter großen Widerhaken gespickt. Damit kann der Tiger Knochen praktisch abschaben.

Sumatra-Tigerin putzt ihr Junges (Foto: dpa).

Auch zur Fellpflege bestens geeignet: die Widerhaken auf der Zunge

Gar nicht wasserscheu

Ganz im Gegensatz zur Hauskatze und zu Löwen und Leoparden geht der Tiger gerne baden. Er liebt es, im Wasser zu spielen, und kann auf der Jagd auch schon mal mehrere Kilometer schwimmend zurücklegen. Ungern klettert der Tiger dafür auf Bäume.

Sibirischer Tiger im Wasser (Foto: dpa)

Ob zum Abkühlen oder auf Futtersuche: Tiger mögen das kühle Nass

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