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Signale der Hoffnung

Halbe Million Syrer kehren auf eigene Faust zurück in die Heimatorte

Obwohl viele ihrer Städte großteils in Trümmern liegen: Hunderttausende syrische Binnenflüchtlinge haben sich auf den Heimweg gemacht. Und auch aus den Nachbarländern kommen viele zurück.

Türkei Syrische Rückkehrer an der Grenze Cilvegozu (REUTERS/U. Bektas)

Nur schnell über die Grenze aus der Türkei zurück nach Syrien

Hauptziele der Rückkehrer sind Aleppo, Hama, Homs und Damaskus. Also offenbar weitgehend von Präsident Baschar al-Assad und seinen Verbündeten eroberte Gebiete. Die meisten Geflohenen suchten nach Familienangehörigen oder wollten sich ein Bild von der Zerstörung ihrer Häuser und Besitztümer machen, erläuterte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Andere Heimkehrer glaubten an eine Verbesserung der Sicherheitslage, die in einigen Fällen ja auch tatsächlich zu beobachten sei.

Fast eine halbe Million syrische Binnenvertriebene sind nach UN-Angaben seit Jahresbeginn in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Seit Januar hätten sich mehr als 440.000 Syrer, die auf der Flucht vor Kämpfen im eigenen Land geblieben waren, auf den Weg nach Hause gemacht, berichtete UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic in Genf. Rund 31.000 Syrer seien im selben Zeitraum aus Nachbarländern in ihre Heimat zurückgekommen. Besonders viele seien aus der Türkei in Richtung Heimat aufgebrochen. Insgesamt sei dies ein "bedeutender Trend und eine bedeutende Zahl". 

Türkei Syrische Rückkehrer an der Grenze Cilvegozu (REUTERS/U. Bektas)

Mit den letzten Habseligkeiten auf dem Weg zum türkischen Grenzübergang Cilvegozu und dann zurück nach Syrien

Damit sei die Zahl der freiwilligen Rückkehrer aus dem Ausland auf rund 260.000 seit dem Jahr 2015 gestiegen, so Mahecic. Die weitaus meisten von ihnen hatten in der Türkei Zuflucht gesucht.

Das UNHCR hat wegen der vermehrten Rückkehr von Flüchtlingen seine Arbeit in Syrien intensiviert, um gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen die Heimkehrer zu unterstützen. Zudem will die UN-Organisation ihre Präsenz an den Grenzen erhöhen, um zu prüfen, ob die Flüchtlinge tatsächlich freiwillig zurückkehren. 

Koordinierte Rückführung nicht möglich 

Seit dem Beginn des Syrien-Konflikts im Frühjahr 2011 wurden in dem Land nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 320.000 Menschen getötet. Das UNHCR wies nachdrücklich darauf hin, dass die Kämpfe zwischen den verschiedenen Bürgerkriegsparteien vielerorts unvermindert andauerten. Eine geordnete Rückkehr der Flüchtlinge sei derzeit also nicht möglich.

Etwa 6,3 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht, mehr als fünf Millionen in Nachbarstaaten, Nordafrika und Europa. Rund 900.000 Syrer haben in Europa Asyl gesucht. Nach Deutschland kamen seit Anfang 2015 fast 520.000 Syrer. 

SC/hk (afp, rtr, epd, dpae)