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Bitterarmer Karibikstaat

Haitis neuer Präsident Moïse vereidigt

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Der neue Staatschef ist angetreten, gegen die Dauerkrise des Karibikstaates anzukämpfen - eine Mammutaufgabe.

Der Geschäftsmann Jovenel Moïse hat in Haiti als neuer Präsident die Regierungsgeschäfte übernommen. Der 48-Jährige legte vor Abgeordneten, Diplomaten und ausländischen Gästen im Präsidentenpalast in Port-au-Prince seinen Amtseid ab (Artikelbild). "Ich werde das Vertrauen in die Regierung wiederherstellen", versprach Moïse in seiner Antrittsrede. Er hatte die Präsidentschaftswahl am 20. November mit gut 55 Prozent der Stimmen gewonnen.

Ermittlungen wegen Geldwäscheverdacht

"Wir können, wenn wir wollen", sagte Moïse. "Aber wir müssen unsere Mentalität ändern." Die politischen Lager müssten ihre Grabenkämpfe beenden. Gemeinsam könnten die Haitianer ihr Land wieder aufbauen, Stabilität und Wohlstand schaffen, sagte der neue Staatschef. Gegen den Bananen-Exporteur Moïse wird wegen Geldwäscheverdachts ermittelt. Er weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem politischen Manöver. 

 

Verwüstungen in Haiti durch Hurrikan Matthew (picture-alliance/dpa/UN/Logan Abassi)

Verwüstungen in Haiti durch Hurrikan "Matthew"

Moïse steht vor einer Herkulesaufgabe: Der Karibikstaat leidet unter bitterer Armut, politischer Instabilität, Gewalt und Korruption. Drei Viertel der Haitianer leben von weniger als zwei Dollar (1,87 Euro) am Tag. Seit einem schweren Erdbeben im Jahr 2010 mit mehr als 220.000 Todesopfern ist das Land von internationaler Entwicklungshilfe abhängig. Im vergangenen Oktober zog der Hurrikan "Matthew" über Haiti hinweg. Hunderte Menschen kamen ums Leben, Zehntausende verloren ihr Hab und Gut.

Auf UN-Gelder angewiesen

Nach Angaben von Behörden und Hilfsorganisationen benötigt Haiti in diesem Jahr fast 300 Millionen Dollar (279 Millionen Euro) zur Unterstützung seiner ärmsten Einwohner. Dieser Betrag sei notwendig, um im laufenden Jahr die Lebensgrundlage von rund 1,4 Millionen Menschen sicherzustellen, sagte der für humanitäre Hilfe in Haiti zuständige UN-Koordinator El-Mostafa Benlamlih. 

wl/cr (dpa, afp,kna)