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Welt

Haiti erinnert an Erdbebenkatastrophe

Genau zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben haben die Menschen in dem Karibikstaat der 230.000 Todesopfer gedacht. Der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran. Mehr als 500.000 Haitianer leben noch immer in Zelten.

Ruine einer Kirche (Foto: AP)

Ruinen prägen auch heute noch das Stadtbild von Port-au-Prince

In der noch immer stark zerstörten und verwüsteten Hauptstadt Port-au-Prince versammelten sich viele Bewohner im Gedenken an die Opfer zu Gottesdiensten in den Ruinen der Kirchen. Viele in weiß gekleidete Menschen betrachteten in der beschädigten Kathedrale Fotos der Katastrophe. Auch in den Straßen fanden Gedenkfeiern statt.

UN rufen zu weiterer Hilfe auf

Präsident Michel Martelly legte exakt zum Zeitpunkt des verheerenden Bebens vor genau zwei Jahren Blumen an einem Massengrab im Norden der Hauptstadt nieder. Dorthin waren in den ersten Tagen nach der Katastrophe die meisten Leichen gebracht worden. Durch das Erdbeben der Stärke 7,0 war Port-au-Prince weitgehend dem Erdboden gleichgemacht worden. Etwa 2,3 Millionen Menschen im ärmsten Land der westlichen Welt verloren ihr Obdach.

Eine Haitianerin vor ihrer Zeltbehausung (Foto: AP)

Not und Elend dominieren

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in New York die Weltgemeinschaft zu weiterer Hilfe für die Menschen in dem Karibikstaat auf. Zugleich erinnerte er an die Opfer, dazu zählen auch mehr als 100 UN-Mitarbeiter. Ban würdigte die Anstrengungen der Regierung und der Bevölkerung beim Wiederaufbau des Landes. Martelly hatte kürzlich in einer Ansprache vor dem immer noch zerstörten Präsidentenpalast in Port-au-Prince versprochen, er werde die Menschen aus den Notlagern holen.

Kein sauberes Trinkwasser

Internationale Hilfsorganisationen zogen dagegen eine kritischere Bilanz. Der Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen", Frank Dörner, verwies darauf, "dass die meisten Haitianer nach wie vor weder Zugang zu medizinischer Nothilfe noch zu sauberem Trinkwasser haben". Dies begünstige die Ausbreitung von Seuchen. "Die Cholera-Epidemie ist noch immer nicht unter Kontrolle", warnte Dörner. Pro Woche kämen mehrere hundert neue Fälle der Durchfallerkrankung hinzu.

Nach den Worten des Leiters der Nothilfe von World Vision, Harry Donsbach, gibt es kaum öffentliches Land, auf dem neue, bezahlbare Wohnungen errichtet werden könnten. Außerdem erschweren eine fehlende Infrastruktur, Korruption und politische Instabilität die Aufbauarbeit, wie die Hilfsorganisationen anmerken.

Autorin: Susanne Eickenfonder (afp, epd, kna)
Redaktion: Christian Walz

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