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Amerika

Haiti: Célestin scheidet aus

Die Wahlkommission in Haiti hat entschieden: Jude Célestin, der von der Regierung unterstützte Präsidentschaftskandidat, landet auf Platz drei und darf im März nicht bei den Stichwahlen antreten.

Jude Celestin in Haiti im November (Foto: dpa)

Noch siegessicher - Jude Célestin im November

Beim zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen im März können die Haitianer nun für die frühere First Lady Mirlande Manigat oder den populären Sänger Michel Martelly stimmen. In der Stichwahl fällt die Entscheidung, wer Nachfolger von Staatschef René Préval wird. Wie der Wahlrat am Donnerstag (03.02.2011) in Port-au-Prince mitteilte, errangen Manigat und Martelly im ersten Durchgang der Präsidentenwahlen am 28. November die meisten Stimmen. Der Rat korrigierte damit seine ersten Angaben, wonach der Kandidat des scheidenden Präsidenten René Préval, Jude Celestin, die zweitmeisten Stimmen erhalten habe.

Celestin landete nun knapp hinter Martelly auf dem dritten Rang. Damit scheidet er endgültig aus dem Rennen um die Präsidentschaft aus. Allerdings berichtet Haiti Press Network, dass die Entscheidung zu Auseinandersetzungen im Wahlrat geführt habe. Einige Mitglieder seien mit dem Ergebnis nicht einverstanden gewesen.

Jubel nach Entscheidung

Der erste Durchgang der Präsidentschaftswahlen am 28. November war von Betrugsvorwürfen und Chaos überschattet gewesen. Nach der Verkündung des vorläufigen Ergebnisses war es zu Unruhen und Auseinandersetzungen in dem ohnehin noch vom Erdbeben zerstörten und von einer Cholera-Epidemie heimgesuchten Land gekommen. Die internationale Staatengemeinschaft forderte daraufhin, das Wahlergebnis zu überprüfen. Die Opposition warf Préval vor, die Wahl zugunsten seines Kandidaten gefälscht zu haben. Nach einer Überprüfung durch Experten schlug die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) vor, Martelly auf den zweiten Rang vorrücken zu lassen, um damit die vertrackte Lage zu entspannen.

Viele Haitianer hatten die Entscheidung über die Stichwahl mit Spannung erwartet. Arbeiter eilten am Mittwoch, als die Kommission mit ihren Beratungen begann, schnell nach Hause, Banken schlossen früher. Die US-Botschaft warnte US-Bürger, es könne nach der Bekanntgabe zu Unruhen kommen. Im Stadtteil Petionville, wo die Kommission ihren Sitz hat, und in angrenzenden Gebieten brach dieses Mal aber Jubel aus. Wer immer der neue Präsident wird, er steht vor der großen Herausforderung, den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen Jahr organisieren zu müssen, der immer noch nur schleppend vorankommt.

Autorin: Anne Herrebrg (dpa, dapd, afp)

Redaktion: Oliver Pieper