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Aktuell Asien

Haftstrafe nach "Nuss-Affäre" in koreanischem Flugzeug

Ein Gericht hat die Tochter des Korean-Air-Chefs zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Mit ihrer Beschwerde über die Darreichung einer Portion Nüsse habe sie die Flugsicherheit gefährdet.

Der Fall hatte große mediale Aufmerksamkeit erhalten, nicht nur in Südkorea. Cho Hyun Ah, Tochter des Chefs von Korean Air (KAL), war Gast in einer Maschine der Airline, die am 5. Dezember 2014 von New York nach Seoul fliegen sollte. Cho geriet in Rage, als ihr eine Flugbegleiterin kurz vor dem Start in der ersten Klasse Macadamia-Nüsse in einer Tüte und nicht in einer Schale reichte. Es kam zum Streit, in dessen Verlauf Cho den Chefsteward von Bord werfen ließ. Die Maschine hatte noch nicht abgehoben und wurde daher zum Gate zurückgezogen. Der Flug verspätete sich insgesamt um etwa eine halbe Stunde.

Nur begrenzte Einsicht

Das Gericht befand Cho für schuldig, dadurch die Flugsicherheit gefährdet zu haben und verurteilte die 40-Jährige zu einem Jahr Haft. Die Angeklagte habe die KAL-Linienmaschine "wie ihren Privatflieger behandelt", er klärte der zuständige Richter. Cho bestand aber vor Gericht darauf, dass ihr Verhalten daraus resultierte, dass die Besatzung die Vorschriften nicht beachtet habe. Sie bestritt zudem, gegen den Chefsteward handgreiflich geworden zu sein.

Entschuldigung vom Vater

Cho befand sich bereits seit Ende Dezember in Untersuchungshaft. Nach öffentlicher Kritik an ihrem Verhalten war Cho von ihrem Posten als Vizepräsidentin der größten südkoreanischen Fluggesellschaft zurückgetreten und hatte sich öffentlich entschuldigt. Auch ihr Vater entschuldigte sich und gab dem betroffenen Flugbegleiter eine Jobgarantie. "Es tut mir sehr leid, was er durchgemacht hat, und ich entschuldige mich als Vorsitzender von Korean Air", so Cho Yong Ha. Dem Angestellten würden keine weiteren Nachteile entstehen, wenn er weiter für KAL arbeiten wolle. Cho trat vor dem Gericht in Seoul am zweiten Verhandlungstag als Zeuge auf.

fab/mak (dpa, ape, afp)