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Aktuell Europa

Haftbefehle gegen regierungskritische Journalisten in der Türkei

Die "Säuberung" nach dem gescheiterten Militärputsch läuft weiter. Jetzt haben die türkischen Behörden 47 Ex-Mitarbeiter der Zeitung "Zaman" zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Behörden begründen die Haftbefehle damit, dass "Zaman" der Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen nahestehe. Ihn macht die türkische Regierung persönlich für den Putschversuch verantwortlich. Gülen bestreitet das.

Im März hatten türkische Richter die regierungskritische Zeitung unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Polizisten stürmten das Redaktionsgebäude in Istanbul. Zwei Tage später erschien das Blatt

mit ausschließlich regierungsfreundlichen Artikeln

und einem Foto von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf der Titelseite. Chefredakteur Abdülhamit Bilici wurde gefeuert. Nach Informationen der Zeitung Hürriyet wurde auch gegen ihn Haftbefehl erlassen.

Erst am Montag hatte die türkische Staatsanwaltschaft 42 Journalisten zur Fahndung ausgeschrieben, unter ihnen die Journalistin Nazli Ilicak. Sie hatte bis 2013 für die regierungsfreundliche Zeitung "Sabah" gearbeitet. Nach einem Bericht über einen Korruptionsskandal, in dem sie mehrere Minister kritisiert hatte, wurde sie entlassen. Amnesty International wertete das Vorgehen der Behörden als massiven Angriff auf die Pressefreiheit.

In der Türkei läuft seit Tagen eine große Verhaftungswelle. Bisher wurden nach offiziellen Angaben 13.000 Menschen festgenommen. Zehntausende Staatsbedienstete, Richter und Militärangehörige wurden entlassen oder versetzt.

rb/sh (reuters,afp)

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