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Türkei

Haftbefehl gegen türkischen Journalisten Ahmet Sik erlassen

Die UN würdigten ihn einmal als "glühenden Verteidiger der Menschenrechte", doch dies nutzt Ahmet Sik aktuell in der Türkei nichts. Das System Erdogan wittert bei ihm nurmehr Propaganda für die politischen Feinde.

Einen Tag nach seiner Festnahme ist gegen den prominenten türkischen Autor und regierungskritischen Journalisten Ahmet Sik (Archivbild) Haftbefehl erlassen worden. Ihm werde Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Hintergrund seien Artikel in der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" und Twitter-Nachrichten, in denen Sik die türkischen Geheimdienste kritisiert habe. Zudem werde ihm vorgeworfen, Propaganda für die linksradikale Partei DHKP-C und das Netzwerk des islamischen Predigers Fethullah Gülen betrieben zu haben. Der Journalist war am Donnerstag in Istanbul festgenommen worden.

Schon 120 Journalisten festgenommen

Sik ist einer der bekanntesten türkischen Journalisten und gehört zu den prominentesten Kritikern der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen. Diesen macht Staatschef Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch Mitte Juli verantwortlich. Sik kritisiert auch die jahrelange Förderung Gülens durch die Regierungspartei AKP und vor allem durch Erdogan bis zum öffentlichen Bruch 2013.

Die Behörden gehen seit dem Putschversuch verstärkt gegen Regierungskritiker und kritische Medien vor. Rund 41.000 Verdächtige wurden wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Putschplänen oder wegen angeblicher Unterstützung der Gülen-Bewegung festgenommen. Darunter sind laut der Plattform für unabhängigen Journalismus P24 fast 120 Journalisten.

Schon in früheren Jahren länger in Haft 

Sik verbüßte bereits in den Jahren 2011 und 2012 eine längere Haftstrafe. 2014 wurde er mit dem UNESCO-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Die UN-Kulturorganisation würdigte ihn dabei als "glühenden Verteidiger der Menschenrechte", der "Korruption und Gewalt gegen Meinungsfreiheit" anprangere.

sti/jj (afp, dpa, rtr)