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Politik

Haditha-Massaker: Klage gegen US-Gefreiten fallen gelassen

Mit Spannung wartete Amerika auf den Prozess gegen einen Irak-Soldaten, der mutmaßlich am Massaker in Haditha beteiligt war. Plötzlich steht er nicht mehr unter Anklage. Die Begründung ist fragwürdig.

Trauer um die Opfer: AP

Trauer um die Opfer: Aufnahmen, zur Verfügung gestellt von einer Menschenrechtsgruppe

Ein US-Militärgericht hat die Anschuldigungen gegen einen US-Marineinfanteristen im Zusammenhang mit dem Massaker an 24 Zivilisten im irakischen Haditha fallen gelassen. Das teilte die Militärjustiz am Freitag (28.3.2008) kurz vor dem Prozessauftakt in einer Erklärung mit.

Im Interesse der "Wahrheitssuche"

Zur Begründung hieß es, dies geschehe, um die "Wahrheitssuche im Haditha-Vorfall fortzusetzen". Eine Anklage wegen Mordes wurde bereits zuvor fallen gelassen. Dem Soldaten wurde nun volle Straffreiheit gewährt.

Der Obergefreite Stephen Tatum sollte sich wegen Totschlags zweier Schwestern im Alter von fünf und 14 Jahren vor Gericht verantworten. Ihm drohten bis zu 18 Jahre Haft. Eine Anklage wegen Mordes war bereits fallengelassen worden.

Von Haus zu Haus

Bei dem Massaker in der irakischen Ortschaft am 19. November 2005 gingen US-Marineinfanteristen massiv gegen Bewohner von Haditha nordwestlich von Bagdad vor, nachdem ihr Militärkonvoi auf einen Sprengsatz gefahren war. Zunächst wurden fünf Männer aus einem Fahrzeug heraus erschossen. Danach gingen die Soldaten von Haus zu Haus und töteten 19 Bewohner, darunter Frauen und Kinder.

Das US-Magazin "Time" brachte das Massaker 2006 ans Licht. Prozessauftakt sollte ursprünglich bereits am Donnerstag sein, er wurde aber ohne Angaben von Gründen auf Freitag verschoben. (tos)

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