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Wirtschaft

Hacker nehmen weitere Sony-Website ins Visier

Sonys Ärger mit Hacker-Attacken findet offenbar kein Ende: Jetzt hat eine Gruppe von Internetpiraten nach eigenen Angaben den japanischen Konzern angegriffen und von der Seite SonyPictures.com Nutzerdaten entwendet.

Besucher bei Sony auf der Japan CEATEC in Makuhari (Foto: dpa)

Die Seite von Sony war nach Angaben der Hacker extrem einfach zu knacken

Die Gruppe Lulz Security berichtete am Donnerstagabend (02.06.2011), sie habe auf Großrechner von Sony Pictures Entertainment zugreifen können. Dort verschafften sich die Internetpiraten nach eigenen Angaben Zugang zu persönlichen Daten von mehr als einer Million Kunden. Mehrere tausend davon hätten sie heruntergeladen. Einige veröffentlichten sie auch im Internet - darunter Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen und Passwörter. Sony gab zunächst keinen Kommentar zu dem Vorfall ab.

Rückschlag für Sony

Sony Playstation mit Joystick im Einsatz (Archivfoto: ap)

Im April waren Sony-Netzrechner für Computerspieler Ziel einer Cyberattacke

Lulz Security behauptete im Internet, dass die Seite von Sony Pictures extrem einfach zu knacken gewesen sei. Die Passwörter seien dort unverschlüsselt aufbewahrt worden. Wegen mangelnder Ressourcen hätten die Hacker nur einen Teil der ihnen zugänglichen Informationen herunterladen können.

Sollten die Angaben der Hacker sich als zutreffend erweisen, wäre diese Datenpanne ein herber Rückschlag für den Versuch des japanischen Elektronik-Riesen, die im April ausgebrochene Sicherheitskrise hinter sich zu lassen. Mitte April hatten unbekannte Hacker die Sony-Netzwerke für Konsolen- und Computerspieler sowie den Film- und Musikdienst Qriocity geknackt. Dadurch verschafften sie sich Zugang zu mehr als 100 Millionen Kundendatensätzen. Das Management des Konzerns beteuerte wiederholt, nach dem riesigen Datendiebstahl alles Erdenkliche für mehr Sicherheit getan zu haben.

Welle von Cyberattacken

Hand tippt in PC-Tastatur, dahinter Google-Logo (Archivfoto: ap)

Auch Google meldete einen neuen Hackerangriff

Angriffe von Internetpiraten auf Server von großen Unternehmen haben sich in jüngster Zeit gehäuft. Erst am Mittwoch teilte der Internet-Konzern Google mit, er habe einen Angriff auf seinen E-Mail-Dienst Gmail registriert. Dabei waren Mail-Konten unter anderem von US-Regierungsmitarbeitern und chinesischen Polit-Aktivisten das Ziel der Hacker. Nach Angaben von Google erfolgten die unerlaubten Zugriffe aus China. US-Außenministerin Hillary Cinton äußerte sich "sehr besorgt". "Die Beschuldigungen sind sehr ernst", erklärte Clinton. Die USA untersuchten den Vorfall. Allerdings seien keine offiziellen Regierungsmails betroffen gewesen, sagte Regierungssprecher Jay Carney.

Die chinesische Regierung wies jede Mitschuld an der Attacke auf die Google-Server zurück. "Es ist absolut inakzeptabel, China die Schuld für diese Probleme zuzuschieben", betonte der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei. "Diese Hacker-Vorwürfe sind komplett haltlos und mit einem Hintergedanken gemacht worden."

Zu weiteren Zielen von Computer-Hackern gehörten in den vergangenen Monaten in den USA der Rüstungskonzern Lockheed Martin, der Kreditkarten-Dienstleister Heartland und der Einzelhandelskonzern TJX sowie die US-Börse Nasdaq OMX. In Australien beklagte das Energieunternehmen Woodside Petroleum sich unlängst darüber, dass Hacker-Angriffe mittlerweile "von überall" kämen. Der scheidende Woodside-Chef Don Voelte sagte einer australischen Zeitung, die Attacken kämen auch aus Osteuropa oder Russland und nicht wie von vielen vermutet nur aus China.

Autor: Martin Schrader (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Christian Walz

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