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Aktuell Deutschland

Hacker kopieren Fingerabdruck der Verteidigungsministerin

Der Chaos Computer Club macht auf neue Schwachstellen beim Datenschutz aufmerksam: Handys sind leicht abzuhören und Fingerabdrücke aus Fotos zu gewinnen. Der CCC will letzteres an Ursula von der Leyen zeigen.

IT-Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) haben angekündigt, den Fingerabdruck von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) online zu veröffentlichen. Jan Krissler vom CCC sagte am Samstagabend beim Chaos Communication Congress (31C3) in Hamburg, er habe für seine Kopie keinen Gegenstand gebraucht, den die Ministerin angefasst hatte. Vielmehr habe er den Daumenabdruck mit einer speziellen Software von einem Foto von einer Pressekonferenz der Ministerin ziehen können.

Das so gewonnene Bild des Fingerabdrucks sei zwar unvollständig, erläuterte Krissler weiter. Die fehlenden Bereiche habe er aber ergänzen können, etwa mit Fotos aus anderen Blickwinkeln. Wie "Zeit Online" berichtete, benutzte Krissler Bilder von Ursula von der Leyen bei einer Pressekonferenz am 29. Oktober 2014, auf der sie die Attraktivitätsoffensive der Bundeswehr präsentierte (Artikelbild). Krissler hatte bereits 2008 den Fingerabdruck des damaligen Innenministers Wolfgang Schäuble (CDU) veröffentlicht. Mit der neuen Aktion will der CCC auf die neuen Möglichkeiten der Überwachung aufmerksam machen.

Unsichere Handys

Auf seinem Kongress hatte der CCC auch auf eine Sicherheitslücke im Handynetz aufmerksam gemacht. Hackern oder Spionen sei es dadurch möglich, Telefonate mitzuhören und Handybesitzer zu orten, erläuterte Experte Tobias Engel. Diese könnten sich eine Schwachstelle im sogenannten SS7-Protokoll zunutze machen. Dieses Protokoll nutzen normalerweise Telekommunikationsanbieter, um zwischen ihren Netzen zu kommunizieren.

Eine weitere Schwachstelle im SS7-Protokoll war bereits vor dem CCC-Kongress publik geworden. Die Netzbetreiber Deutsche Telekom und Vodafone teilten daraufhin mit, sie hätten die Lücke in ihren Netzen geschlossen. Auch beim neuen deutschen Marktführer Telefónica Deutschland mit den Marken O2 und E-Plus hieß es, man habe Maßnahmen ergriffen, um die Schwachstelle zu stopfen.

det/wl (dpa)

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