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Hacke

Hacke ist nicht gleich Hacke, Gartengerät nicht gleich Ferse. Und auf was man erst so alles hacken kann. Wir hacken etwa gerne auf unseren Politikern herum – aber natürlich nur im metaphorischen Sinn, oder?!

"Hacke" heißt das Stichwort der Woche. Die Hacke, so wissen nicht nur die Klein- und Hobbygärtner, die Bauern oder Agrarökonomen – wie sie neuerdings heißen – die Hacke also ist ein unentbehrliches Gerät zur Bearbeitung des Bodens. Vor allem im Frühjahr.

Es hackt!

Aber Hacke ist keineswegs gleich Hacke und richtiges Hacken, die Tätigkeit, die mit der Hacke ausgeübt wird, will gelernt sein. Allerdings war es nicht der Frühling, der nun wirklich und endgültig in der Luft liegt, auch nicht die derzeit so zahlreich ins Haus flatternden Prospekte der Gartencenter, die uns auf die Idee brachten, "Hacke" als Stichwort zu nehmen. Nein, es waren vielmehr zwei Damen in einem Heidelberger Linienbus, die sich lebhaft über Politik unterhielten. Wir lassen sie später zu Wort kommen.

Zunächst schauen wir in Gärtner Pötschkes "Großem Gartenbuch" unter dem Stichwort "Hacken" nach und finden sinngemäß Folgendes: Das Hacken dient vor allem der Lüftung und Lockerung des Bodens. Bei Pötschkes Kollegin Gisela Keil lesen wir ergänzend, dass Hacken die Krümelstruktur der Erde erhält und sie so vor Austrocknung bewahrt.

Was es nicht alles für Hacken gibt

Alle Gärtnerinnen und Gärtner wissen, dass zum richtigen Hacken die richtige Hacke verwendet werden sollte; als da sind: die Bügelzughacke, die Herzhacke, die Rübenhacke. Es gibt noch mehr. Lockern, Lüften, Zerkleinern. Das bewirkt Hacken.

Deshalb heißt auch – wir gehen vom Garten in die Küche und/oder eine Metzgerei – gehacktes, also zerkleinertes Fleisch Hackfleisch. Gehacktes, Hackepeter oder einfach Hack wurde früher mit dem großen Hackmesser auf der Hackbank vom Fleischhacker hergestellt. Heute geht das maschinell. Im Fleischwolf.

Und dann ist da noch der Fuß ...

Bevor wir weitermachen, ein kleiner Zwischenschritt, den wir nicht auslassen dürfen: Die Hacke beziehungsweise die Hacken, sind auch Bezeichnungen für die Ferse am Fuß und den Absatz am Schuh. "Sich die Hacken ablaufen", das heißt viele Wege machen müssen, um etwas zu erreichen, um zum Ziel zu gelangen.

Weshalb die Hacke "Hacke" heißt? Nun ja, vielleicht wegen der Form, welche der Fuß mit dem Schienbein zusammen gesehen ergibt. Aber das ist nichts weiter als eine Mutmaßung und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Sicher dagegen ist dies: Angenommen, Sie wollen an einer zugefrorenen Pfütze ausprobieren, wie fest die Eisschicht ist. Mit welchem Teil des natürlich beschuhten Fußes würden Sie probieren, das Eis aufzuhacken? Eben. Mit der Hacke.

Vorsicht Hacker!

Der Hacker, der den Computercode durchbricht, wendet andere, jedoch in übertragenem Sinn ebenso durchschlagende Mittel an und hackt gefährliche Löcher ins System. "Der Hacker" – was ist das eigentlich? Ein Substantiv, klar. Aber was für eins? Ein Verbalsubstantiv. Auch das wissen wir.

Nur: Ist es das Wort für eine Berufsbezeichnung? Ist es ein Ausdruck unter vielen anderen für eine illegale Tätigkeit? So wie "Einbrecher" oder "Räuber"? Das Wörterbuch macht es sich leicht. "Hacker", steht da, "jemand, der unerlaubt in fremde Computersysteme eindringt." In Ordnung. Lassen wir es damit gut sein und wenden uns den Damen im Linienbus zu.

Sind Politiker etwa Hühner?

In breitem und so auch in diesem Falle stets unüberhörbarem Kurpfälzisch, wir geben die hochdeutsche Übertragung wieder, wandte sich die eine zu ihrer Sitznachbarin: "Die sollen endlich etwas Gescheites machen, anstatt immer nur aufeinander herumzuhacken!" Kleiner Einschub aus dem Lexikon: "Auf jemandem herumhacken: an ihm dauernd etwas auszusetzen haben."

Zurück in den Bus: Mit "Die" waren die Politiker gemeint; und zwar alle; mit "herumhacken" jenes Verhalten, das sehr schön im Hühnerhof beobachtet werden kann. Nämlich: Die stärkere Henne hackt den schwächeren auf dem Kopf herum. Bis die Hühner allerdings herausgefunden haben, wer denn nun das stärkste ist, muss aufeinander herumgehackt werden. Dann ist die Hackordnung hergestellt.

Ordentlich gehackt!

Das in der Hackordnung zum höchsten aufgestiegene Tier wird als "Alphatier" bezeichnet. Selbstverständlich kann dieses auch männlichen Geschlechts sein. Beispielsweise ein Gockel – um im Tierreich zu bleiben. Aber Schluss jetzt. Gehen wir in den Garten und machen was Gescheites. Die Erde lockern. Damit etwas wächst.

Fragen zum Text

Wer oder was ist Hackepeter?

1. ein Gärtner, der den Boden lockert

2. eine Blase an der Ferse

3. zerkleinertes Fleisch

Jemand, der viele Wege machen muss, um sein Ziel zu erreichen, …

1. läuft sich die Hacken ab.

2. geht zum Hacken in den Garten.

3. fühlt sich zerhackt.

Das höchste Tier in der Hackordnung ist das …

1. Alphatier.

2. Raubtier.

3. Untier.

Arbeitsauftrag

Die Hacke zum Umgraben und die Hacke an der Ferse – ein Wort, zwei Bedeutungen. Finden Sie weitere Wörter mit zwei oder mehr Bedeutungen. Sie können auch das Spiel "Teekesselchen" spielen, indem zwei Kursteilnehmer abwechselnd jeweils eine Bedeutung eines solchen Wortes erklären, und die übrigen versuchen, das Wort zu erraten.









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