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Fußball

"Haben uns bei Klopp bedankt"

Borussia Dortmund muss sich für die nächste Saison einen neuen Trainer suchen. Jürgen Klopp hat den Verein um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Für Fans und Verantwortliche ein schwerer Tag in der Historie des BVB.

Ein paar wenige Fans haben sich an diesem Nachmittag in Dortmund-Brackel versammelt. Viele versuchen einen Blick auf das von hohen Zäunen abgeschirmte Trainingsgelände des BVB zu erhaschen und steigen auf einen kleinen Hügel in unmittelbarer Nähe des Übungsplatzes. Sabrina und Christian sind auch da. Die beiden Anhänger von Borussia Dortmund sind traurig, enttäuscht und auch ein bisschen geschockt - die Nachricht von der Vertragsauflösung hat beide sichtlich mitgenommen. "Ich habe das zuerst gar nicht geglaubt und für ein Gerücht gehalten", sagt Christian.

Seine Freundin glaubt zunächst noch an eine Spieler-Vorstellung, als sie von der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz ihres Lieblingsvereins hört. Doch es kommt alles anders, die Ära von Erfolgstrainer Jürgen Klopp endet am 30. Juni. "Wir haben ihn vorhin noch am Stadion getroffen und konnten ihn kurz anhalten. Dann haben wir ihm die Hand gegeben und uns für die Zeit bedankt", berichtet Sandra. Diese Aussagen spiegeln die Stimmung bei vielen Anhängern an diesem Tag wider.

"Unsere Freundschaft bleibt bestehen"

Hans-Joachim Watzke (l.) und Jürgen Klopp (r.) umarmen sich (Foto: Friso Gentsch/dpa Bildfunk)

Freundschaft: Hans-Joachim Watzke und Jürgen Klopp

Doch nicht nur für die Fans ist Klopps Rücktritt schwer zu begreifen. Bei der Bekanntgabe ringt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke um Fassung und muss sich die eine oder andere Träne verdrücken. "Jürgen, du kannst dir sicher sein, dass dir der ewige Dank aller Borussen ganz sicherlich zuteil wird. Das einzige, was mich tröstet, ist die Tatsache, dass unsere Freundschaft bestehen bleibt", sagt Watzke mit zittriger Stimme und umarmt seinen Freund.

Klopp selbst wirkt gefasst und klar im Kopf. "Es ist eine Entscheidung, von der ich glaube, dass sie absolut richtig ist. Fern von allen romantischen Gefühlen, was die Vergangenheit angeht", sagt der 47-Jährige. "Aber dieser Verein hat es verdient, vom absolut 100-prozentig richtigen Trainer in diesem Moment trainiert zu werden." Klopp und der BVB - das schien lange Zeit die beste aller Beziehungen zu sein, die im teils rauen Geschäft der Bundesliga möglich war.

Für Abschiedsworte zu früh

Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp spricht bei einer Pressekonferenz (Foto: Federico Gambarini/dpa Bildfunk)

Hat noch Ziele mit Dortmund: Noch-BVB-Trainer Klopp

Nach sieben Jahren ist jetzt dennoch Schluss, doch die Saison einfach ausklingen zu lassen, ist nicht Klopps Absicht. Im Gegenteil: "Einen letzten Traum habe ich noch: eine phantastische Tabellenplatzierung und noch einmal aus einem guten Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren." Der 47-Jährige muss kurz schlucken. Für Abschiedsworte sei es noch zu früh.

Stattdessen geht der Blick nach vorne. "Es muss sich keiner Sorgen machen, es läuft aus. Ich bin nullkommanull müde. Diese Saison ist ein Riesenauftrag und den gedenke ich zu erfüllen." Das ist er wieder, der kämpferische Klopp, von dem in den vergangenen Wochen immer weniger zu sehen war. Die von Problemen geprägte Saison hat ihre Spuren hinterlassen, nicht nur bei Jürgen Klopp. "Es ist keiner heute klatschend durch die Gegend gelaufen und hat zu mir gesagt: Na endlich."

Klopp hinterlässt große Fußstapfen

Thomas Tuchel (l.) und Jürgen Klopp (r.) stehen auf dem Spielfeld nebeneinander (Foto: Kevin Kurek dpa/lnw)

Gerüchte: Nachfolger Tuchel (l.) und Vorgänger Klopp?

Auch für BVB-Fan Christian steht der Verein vor einem kompletten Neuanfang. "Egal, wer jetzt kommt. Er wird es nicht so gut lösen können, wie Jürgen Klopp es getan hat. Es wird nie wieder so sein, wie es unter ihm war. Ich habe noch nie so eine Zufriedenheit bei den Fans erlebt, wie in den vergangenen Jahren." Den bevorstehenden Umbruch wird sich Klopp allerdings nicht ganz entgehen lassen, denn auf der Pressekonferenz gesteht er: "Ich habe mir schon drei Dauerkarten für die neue Saison gesichert." Klopp wird dem Verein also in gewisser Weise erhalten bleiben. In Zukunft dann nicht am Spielfeldrand, sondern auf der Tribüne.

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