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Asien

Haben die Behörden Warnungen ignoriert?

Nach dem verheerenden Dammbruch in Indonesien werden Vorwürfe gegen die Behörden immer lauter. Diese hätten die Katastrophe verhindern können, meinen Anwohner und Umweltschützer.

Gebrochener 'Situ Gintung'-Damm (Foto: AP)

Wer trägt die Schuld?

Durch den Dammbruch am Rande der Hauptstadt Jakarta sind vermutlich mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. In den betroffenen Vororten wurden bis Sonntagmorgen (29.03.2009) bereits rund 100 Todesopfer gefunden. Etwa die gleiche Zahl an Personen gilt noch als vermisst. Auf der Suche nach ihnen sind hunderte Soldaten, Polizisten und Freiwillige im Einsatz. Allerdings wurde die Arbeit der Helfer von zahlreichen Schaulustigen behindert.

Opfer hatten keine Chance

Helfer suchen nach Vermissten (Foto: AP)

Helfer suchen nach Vermissten

Nach heftigen Regenfällen hatte der 76 Jahre alte "Situ Gintung"-Damm in der Nacht zum Freitag dem enormen Druck nicht mehr Stand gehalten. Eine Flutwelle aus Wasser und Schlamm stürzte in die dicht besiedelte Umgebung und riss Hütten und schlafende Menschen mit sich. Fast das gesamte Wasser des Stausees - rund zwei Millionen Kubikmeter - ergoss sich über das Katastrophengebiet. Die Opfer ertranken oder erstickten in einer meterdicken Schlammschicht.

"Wie ein Tsunami"

Einige Überlebende verglichen die Überschwemmung mit einem Tsunami. Etwa 500 Häuser wurden zerstört. Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono sicherte den Obdachlosen zu, seine Regierung werde sie beim Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützen.

Zerstörtes Wohngebiet am Rande von Jakarta (Foto: AP)

Ein Bild der Zerstörung: Vorort der indonesischen Hauptstadt Jakarta nach dem Dammbruch

Schlechte Wartung

Kritikern zufolge wurde das 1933 während der niederländischen Kolonialzeit errichtete Bauwerk nicht gut instand gehalten. Schäden seien nicht repariert worden. Das indonesische Forum für Umwelt erklärte, Anwohner hätten vor dem Unglück über Risse im Damm geklagt. "Die Zentralregierung und die örtlichen Behörden haben sehr langsam gehandelt", sagte der Leiter des Forumbüros in Jakarta, Slamet Daroyni. Zudem habe es die Führung in Jakarta versäumt, ein Warnsystem für Anwohner einzurichten. Vertreter verschiedener Regierungsorganisationen machten sich gegenseitig für die Katastrophe verantwortlich. (wa/afp/dpa/epd)