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Tennis

Haas verabschiedet sich in Halle

Die Abschiedstour des Tommy Haas endet beim Rasenturnier in Halle früher als erhofft. Der 39-jährige Tennisprofi geht gleich beim Auftaktmatch als Verlierer vom Platz. Besser ergeht es drei anderen deutschen Profis.

Er hätte so gerne noch ein paar Runden mehr auf dem Rasen gestanden, doch seine Abschiedsvorstellung im ostwestfälischen Halle dauerte nur 67 Minuten. Zurück blieb ein etwas enttäuschtes Publikum, dass seinem Helden zum Abschied aber warmen und herzlichen Applaus spendete. Sechs Tage nachdem Tommy Haas in Stuttgart mit seinem Coup gegen Superstar Roger Federer eine Sternstunde erlebt hatte, unterlag der Oldie bereits in seinem Auftaktmatch der 25. Gerry Weber Open dem Australier Bernard Tomic mit 4:6 und 4:6. "Leider konnte ich heute nicht mein bestes Tennis abrufen, aber die Erinnerung werde ich mitnehmen", sagte Haas: "Die beiden Titel hier gehören zu den schönsten Momenten meiner Karriere." 2009 und 2012 hatte der langjährige deutsche Spitzenspieler beim Rasenturnier in Halle triumphiert. Diesmal kassierte der 39-Jährige gegen Tomic in beiden Sätzen jeweils ein Break, er selbst hatte keine einzige Chance, seinem Gegner den Aufschlag abzunehmen.

Der Frust war dem Wahl-Amerikaner, der wie in Stuttgart lautstark von seiner Tochter Valentina angefeuert wurde, anzusehen. Allerdings verflog die Enttäuschung schneller als das in der Vergangenheit manches Mal der Fall war. "Ich habe inzwischen gelernt, damit umzugehen", sagte Haas. "Wenn ich dann meiner Tochter in die Augen schaue, dann spielt Tennis keine Rolle mehr."

Haas hatte  in Halle zwei seiner insgesamt 15 Titel auf der ATP-Tour gefeiert. 2009 bezwang er im Finale den Serben Novak Djokovic, 2012 holte er seinen zweiten Titel im Endspiel gegen Federer. Auf diese Triumphe wird Haas zurückblicken, wenn er am Ende der Saison seinen Abschied vom Profi-Leben verkündet. 15 Mal war Haas in Halle am Start, wo er 1997 sein Debüt gegeben hatte. Damals war Tomic jünger als Valentina Haas heute. Für seine Verdienste ehrte Ralf Weber den gebürtigen Hamburger - von Turnierdirektor zu Turnierdirektor. Seit diesem Jahr leitet Haas das Masters in Indian Wells.

ATP-Turnier Tennis in Halle Tommy Haas (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

Das Match gegen Bernard Tomic war eng, doch letztlich waren die Verhältnisse auf dem Platz klar

Den Ehrgeiz hat er dennoch nicht verloren, trotz seines Nebenjobs, trotz seiner Rolle als Familienvater und seiner Krankenakte, die für drei Leben auf der Tour ausreicht. Liebend gerne hätte er wie in Stuttgart die Großen seiner Zunft geärgert.

Drei Deutsche weiter

Besser als Haas machte es Mischa, der ältere der beiden Zverev-Brüder, der sich mit 6:4, 6:4 gegen den Slowaken Lukas Lacko durchsetzte. Titelverteidiger Florian Mayer zog mit einem überraschend deutlichen Sieg ins Achtelfinale ein: Der 33-Jährige ließ dem Franzosen Benoit Paire beim 6:0, 6:4 kaum eine Chance. Und auch Zverevs jüngerer Bruder Alexander gab sich keine Blöße und gewann gegen Paolo Lorenzi aus Italien ungefährdet mit 6:3 und 6:2.

asz (sid, dpa)

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