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Kultur

H5N1 erreicht den afrikanischen Kontinent

Die Vogelgrippe ist in Nigeria ausgebrochen. Bisher sind 46.000 Tiere betroffen. Experten sehen die Gefahr, dass sich der Virus besonders schnell ausbreiten kann.

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Hühner auf dem Markt von Lagos, der Hauptstadt Nigeria

Auf einer Hühnerfarm in einem nigerianischen Dorf wurde ein besonders aggressiver Stamm des auch für Menschen gefährlichen Erregers H5N1 nachgewiesen, wie das Internationale Tierseuchenamt (OIE) am Mittwoch (8.2.2006) in Paris mitteilte. Betroffen seien 46.000 Tiere, sagte OIE-Experte Alex Thiermann der Nachrichtenagentur AP. Der Tiertransport innerhalb des schwarzafrikanischen Landes sei eingeschränkt worden. Zudem hätten Desinfektionen begonnen.

Vogelgrippe in Nigeria

Eine große Gefahr: Menschen und Hühner leben in Afrika eng zusammen

Die OIE berate gemeinsam mit der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) über das weitere Vorgehen, sagte Sprecherin Maria Zampaglione. Experten seien in die Region entsandt worden.

Betroffen sei eine Geflügelfarm im nordnigerianischen Dorf Jaji (Kaduna), teilte die Weltorganisation für Tiergesundheit OIE am Mittwoch in Paris mit. Die nigerianischen Behörden hätten bereits eine Quarantäne verhängt und damit angefangen, infizierte Tiere zu vernichten.

Hohes Risiko

Experten warnen davor, dass sich Vogelgrippe in Afrika besonders schnell ausbreiten könnte, da Menschen und Tiere dort auf engem Raum miteinander leben. Viele Familien halten sich Hühner, die frei zwischen den Hütten umherlaufen.

Im Norden Nigerias waren in den vergangenen Wochen Zehntausende Hühner an einer zunächst unbekannten Epidemie gestorben. Die nigerianische Regierung versuchte, die Bevölkerung durch Radio- und Fernsehbotschaften zu beruhigen. Die Tiere seien wahrscheinlich einer Geflügel-Cholera oder der hoch ansteckenden Newcastle-Krankheit zum Opfer gefallen, hieß es zunächst.

Die aus Ostasien stammende Vogelgrippe hatte sich zuvor schon über Zugvögel gen Westen ausgebreitet. Das OIE-Referenzlabor für Vogelgrippe in Padua (Italien) habe den Erreger H5N1 bei den nigerianischen Tieren festgestellt, hieß es. Seine genetische Verwandtschaft mit den bekannten H5N1-Stämmen werde untersucht. Die OIE will Experten nach Nigeria schicken, um die Behörden bei der Seuchenbekämpfung zu unterstützen.

18 Länder betroffen

H5N1 ist 1997 erstmals in Hongkong aufgetreten. 2003 brach die auch für Menschen gefährliche Seuche erneut in Südostasien aus. Seither ist der Erreger nach Angaben der OIE in bislang 18 Ländern entdeckt worden. Bei Menschen wurden nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang 165 Infektionen nachgewiesen. 88 Patienten davon starben. (kas)

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