1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afrika

"Höllenqual" nach Bafana-Pleite

Südafrika ist geschockt und leidet. Nach der klaren Niederlage der Nationalmannschaft gegen Uruguay droht das WM-Aus. Das ist bitter, weil die Erwartungen hoch waren.

Uruguay's Diego Forlan, gegen Siboniso Gaxa aus Südafrika (Foto: ap)

Südafrika versus Uruguay

Als die Vuvuzelas verstummten, bekam Südafrika den Blues. Am Kap der - eigentlich - guten Hoffnung begann der Morgen nach dem abrupten Ende des WM-Rausches mit einem gewaltigen Kater. "Albtraum und Höllenqual!", titelte die Tageszeitung Sowetan nach dem ernüchternden 0:3 gegen Uruguay.

Jetzt droht Bafana Bafana eine historische Blamage: Das erste WM-Aus eines Gastgebers in der Vorrunde. Alle sind sich einig: Es hilft "nur noch beten" (The Star) oder "ein Wunder" (Cape Times). Am 22. Juni tritt Südafrika zum entscheidenden Spiel gegen Frankreich an. Dann heißt es: Sieg oder historisches Versagen.

"Herzzerreißende Niederlage"

Young fans watch the World Cup group A soccer match between South Africa's national soccer team Bafana Bafana and Uruguay at a fan zone at St Stithians College in Johannesburg, South Africa, Wednesday, June 16, 2010. (AP Photo/Rob Griffith)

Nicht gerade begeistert gucken die kleinen Bafana-Fans das Südafrika-Spiel

Von Kapstadt im Süden bis Polokwane im Norden blickten Millionen Menschen entsetzt auf die Bildschirme, als Uruguays überragender Stürmer Diego Forlan und Alvaro Pereira die Hoffnungen zerschmetterten. Als Keeper Itumeleng Khune vor dem Strafstoß vom Platz flog, rollten Tausende schockiert ihre Fahnen zusammen. "Herzzerreißend", schrieb die Daily Sun. Die Fans verließen scharenweise das Loftus-Versfeld-Stadion in der Hauptstadt Pretoria, wo Südafrika zuvor noch nie verloren hatte. Als das letzte Tor fiel, waren nur noch 15.000 von 42.800 Plätzen besetzt.

Das drohende Aus von Südafrikas Fußball-Nationalmannschaft macht den WM-Organisatoren große Sorgen. Der Chef des WM-Organisations-Komitees, Danny Jordaan, bangt nach der deutlichen Niederlage gegen Uruguay um die Stimmung im Land. "Das Abschneiden des Gastgebers ist immer entscheidend für den Erfolg eines Events", sagte Jordaan. Der Auftritt des Gastgeber-Teams stehe im Kontrast zum bisherigen Turnier-Verlauf. Die WM sei ein großer Erfolg. "Deshalb ist es ein Tag mit Freude und Schmerz für uns", sagte der OK-Geschäftsführer.

Bangen um Stimmung

Fußballfans blasen fröhlich in ihre Vuvuzelas (Foto: ap)

Wird die Stimmung so gut bleiben?

Dass die Niederlage ausgerechnet am 16. Juni, dem Jahrestag des vom damaligen Apartheid-Regimes blutig niedergeschlagenen Schüler-Aufstands in Soweto 1976, geschah, veranlasste die WM-Macher zu historischen Vergleichen. "Der 16. Juni ist ein Tag des Schmerzes für Südafrika", sagte Jordaan. Er hofft auf eine Trotzreaktion der Landsleute, um die WM-Stimmung auch im Falle eines Vorrunden-Scheiterns zu retten. "Der spezielle Geist der Südafrikaner wird wieder hervorkommen", glaubt er. Die Gastgeber-Nation muss das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich am kommenden Dienstag gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Bislang ist ein WM-Ausrichter noch nie in der Vorrunde gescheitert.

Sollte Bafana Bafana ausscheiden, setzen die Organisatoren in erster Linie auf eine Solidarisierung der Südafrikaner mit den anderen afrikanischen Teilnehmern aus Algerien, Ghana, Nigeria, Kamerun und der Elfenbeinküste. "Wir hoffen darauf, dass das afrikanische Six-Pack unterstützt wird", sagte OK-Sprecher Rich Mkhondo, "trotz des Schmerzes des 16. Juni." Und: Man appelliere an alle Südafrikaner, "gute Gastgeber zu bleiben."

Autorin: Klaudia Pape (dpa/sid)
Redaktion: Thomas Kohlmann