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Sport

Höhenflug im Berliner Regen

Trotz wetterbedingter Verzögerung springt Hochspringer Raul Spank zu Bronze. Nadine Müller schlägt sich im Diskuswurf beachtlich. Die USA durchbrechen die Sprinthoheit Jamaikas und die russischen Geher sind unschlagbar.

Sprung Raul Spank (Foto: dpa)

2,32 Meter bedeuteten Bronze für Raul Spank

Am siebten Wettkampftag gehörte die ganze Aufmerksamkeit zunächst den Gehern. Auf der Strecke rund um das Brandenburger Tor unterstrich Russland einmal mehr seine Ausnahmestellung: Nach den Siegen durch die Olympiasieger Waleri Bortschin und Olga Kaniskina auf der 20-km-Strecke sorgte Sergej Kirdjapkin in 3:38:35 Stunden auch über die 50 km für den totalen russischen Triumph. Zu Silber marschierte der Norweger Trond Nymark, Bronze ging an den bereits 39 Jahre alten Spanier Jesus Angel Garcia. Lokalmatador Andre Höhne überquerte die Ziellinie am Brandenburger Tor nach einer beeindruckenden Aufholjagd in 3:43:19 Stunden als Fünfter. Sechs Tage zuvor hatte er auf der 20-km-Distanz als 14. noch enttäuscht.

"Mach es leicht, Raul!"

Raul Spank auf Ehrenrunde mit deutscher Fahne (Foto: dpa)

Raul Spank floppte locker über die Latte und durfte sich feiern lassen

Am Abend wurden die Wettkämpfe im Olympiastadion durch starken Dauerregen vorübergehend gestört. Die Qualifikation im Speerwurf musste unterbrochen werden, alle Entscheidungen des Abends wurden nach hinten verschoben. Völlig unbeeindruckt von der Verzögerung zeigte sich Hochspringer Raul Spank. In einem hochklassigen Wettbewerb überquerte er 2,32 m und sicherte sich gemeinsam mit Sylwester Bednarek aus Polen die Bronzemedaille. "Mach es leicht, Raul", hatte ihm sein Trainer Jörg Elbe immer wieder von der Tribüne aus zugerufen. Ein Ratschlag der offensichtlich fruchtete. "Ich habe heute viel richtig gemacht", sagte Spank. "Der Regen kam mir entgegen. Ich bin ein Regenspringer. Mit Bronze habe ich mein Jahresziel erreicht." Gold ging an Jaroslaw Rybakow aus Russland, Silber an den Zyprer Kyriakos Iaonnou.

Über die 200-m-Strecke der Frauen kam die Siegerin ausnahmsweise nicht aus Jamaika. Genau wie schon 2007 und 2005 hieß die Schnellste Allyson Felix. Die US-Amerikanerin siegte in 22,02 Sekunden vor Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown aus Jamaika und Debbie Ferguson-McKenzie von den Bahamas. Den amerikanischen Abend perfekt machte Olympiasieger LaShawn Merritt über 400 m. Er bezwang seinen Landsmann und großen Rivalen Jeremy Wariner erneut und sicherte sich WM-Gold. Bronze holte sich Renny Quow aus Trinidad und Tobago. Ganz ohne jamaikanischen Einfluss blieb aber auch der siebte Wettkampftag nicht: Usain Bolt wurde für seinen Sieg über 200 m vom Vortag geehrt und das gesamte Stadion brachte ihm ein Ständchen zu seinem 23. Geburtstag.

Müller füllt die Dietzsch-Lücke

Nadine Müller (Foto: dpa)

Nadine Müller schleuderte den Diskus auf 62,04 m

Mit 62,04 m hat Nadine Müller einen guten sechsten Platz im Diskuswurf belegt. Nach dem Qualifikations-Aus von Altmeisterin Franka Dietzsch war sie die einzige deutsche Starterin. Doch Müller füllte die entstandene Lücke und ließ das Fehlen Dietzschs fast vermissen. "Ich bin zufrieden, denn ichz wollte unter die ersten acht", sagte Müller. "Es hätten ein oder zwei Meter mehr sein können, aber ich hatte ein paar technische Probleme." Gold ging überraschend an die junge Australierin Dani Samuels, die in Berlin das erste Werfergold bei einer Leichtathletik-WM für den Fünften Kontinent gewinnen konnte. Silber sicherte sich im letzten Durchgang die Kubanerin Yarelis Barrios vor der Rumänin Nicoleta Grasu.

Enttäuschende Vorkämpfe und Halbfinals

Sprung Bianca Kappler (Foto: dpa)

Bianca Kappler konnte sich strecken wie sie wollte

Mit einer Riesenenttäuschung für das deutsche Team ist die Qualifikation der Weitspringerinnen zu Ende gegangen. In strömendem Regen verpassten alle drei deutschen Athletinnen das Finale. Bianca Kappler, die WM-Fünfte von Osaka, kam nur auf dürftige 6,29 m feststand. Für Melanie Bauschke (6,32 m) und Beatrice Marscheck (6,19 m) reichte es ebenfalls nicht. Kein gutes Bild gaben auch die deutschen Sprinter ab: Im Vorlauf über 4 x 100 m verpatzten sie einen Wechsel und schieden aus. Marius Broening konnte den Staffelstab nicht an den zu schnell gestarteten Alexander Kosenkow weiterreichen.

Als Fünfter des Qualifikations-Wettkampfes hat dagegen Speerwerfer Mark Frank das Finale erreicht. Dazu reichte ihm eine Weite von 80,85 m. Tino Häber hatte das Finale zuvor mit einer Weite von 74,11 m verpasst. Außerdem brachte der siebte Wettkampftag den zweiten Dopingfall der WM. Die nigerianische 400-m-Hürdenläuferin Amaka Ogoegbunam wurde bei einer Wettkampfkontrolle nach dem Halbfinale am Dienstag (18.08.2009) auf das verbotene anabole Steroid Metenolon getestet. Die Athletin verzichtete auf die B-Probe und wurde suspendiert. Sie erwartet nun eine Sperre von zwei Jahren. Bereits am Samstag (15.08.2009) war der marokkanische Hindernis-Läufer Jama Chatbi des Dopings überführt worden. (az/ck/sid/dpa)

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