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Migration

Höchste Zahl an Abschiebungen seit 2003 erwartet

Deutschland wird dieses Jahr so viele Menschen abschieben wie seit 13 Jahren nicht mehr. Bis Jahresende könne die Zahl auf 26.500 steigen, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Bundespolizei.

Abschiebung (picture-alliance/dpa/D.Maurer)

Abgelehnte Asylbewerber steigen in Rheinmünster in Baden-Württemberg in ein Flugzeug

Von Januar bis September mussten 19.914 Ausländer der Bundesrepublik den Rücken kehren, wie die Tageszeitung "Rheinische Post" aus Düsseldorf unter Hinweis auf Unterlagen der Bundespolizei schreibt. Bis Jahresende könnte die Zahl der Abschiebungen auf 26.500 steigen. So hoch sei diese Zahl zuletzt 2003 gewesen. Im vergangenen Jahr wurden diesen Angaben zufolge 20.888 Menschen außer Landes gebracht.

Mit Abstand am häufigsten werden dem Bericht zufolge illegal eingereiste Migranten und abgelehnte Asylbewerber aus den Westbalkanstaaten abgeschoben. Albanien, der Kosovo, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro, die als sichere Herkunftsstaaten gelten, machten demnach mit 14.529 Abschiebungen bis September fast drei Viertel aller Fälle aus. Menschen aus Tunesien, Marokko, Algerien, die nach dem Willen vor allem der Union auch als sicher eingestuft werden sollen, wurden in rund 550 Fällen abgeschoben, davon rund 200 direkt ins Heimatland.

Die Abschiebung auf den Westbalkan ist einfacher als bei anderen Herkunftsstaaten, da dort Reisepapiere akzeptiert werden, die Deutschland selbst ausstellen kann. Bei Menschen aus vielen anderen Staaten ist dies nicht der Fall. Was die Abschiebung außerdem erschwert, ist die Tatsache, dass Staaten wie Marokko und Algerien nicht erlauben, dass Deutschland abgelehnte Asylbewerber per Charterflug zurückschickt.

Meist in Heimatländern abgeschoben

Wie aus der Abschiebestatistik nach Herkunftsländern hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, werden die meisten Migranten in ihre Heimatländer gebracht. 17.792 der insgesamt knapp 22.000 Menschen wurden direkt per Flug in ihr Herkunftsland zurückgeschickt. Auch 504 Syrer und 100 Eritreer wurden abgeschoben, davon aber keiner ins Heimatland. Von 218 zurückgeschickten Irakern wurden neun in ihre Heimat abgeschoben.

Auch Afghanen seien vermehrt ausgewiesen worden: von 178 im vergangenen Jahr auf 199 bis September. Die wenigsten davon hätten in ihr Heimatland zurückkehren müssen. In diesem Jahr reisten nur 27 Afghanen in ihr Herkunftsland zurück. Die übrigen seien in andere EU-Länder oder Drittstaaten gebracht worden.

kle/sti (kna, rtr, afp, epd)

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