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Aktuell Europa

Höchste Terrorwarnstufe in der Region Toulouse

Präsident Sarkozy hat nach den tödlichen Schüssen auf drei Kinder und einen Lehrer in Toulouse die höchste Terrorwarnstufe in der Region verkündet. Der Angriff auf die jüdische Schule sei offenbar antisemitsch motiviert.

Für die Region Midi-Pyrénées und mehrere angrenzende Departements seien besondere Schutzmaßnahmen in die Wege geleitet worden, sagte Sarkozy. Er kündigte für Dienstag ein Treffen mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Gemeinden an, um zu zeigen, dass "die ganze Republik an ihrer Seite" sei und "jeder seinen Glauben und seine Andersartigkeit leben kann", so der Staatspräsident. Insgesamt wurde die höchste Stufe des Anti-Terrorplans Vigipirate in Kraft gesetzt, wie es hieß.

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Frankreich: Trauer und Furcht nach Anschlag

Ein Wiederholungstäter

Der Anschlag auf die jüdische Schule in Toulouse ist nach den Worten Sarkozys von demselben Täter verübt worden, der in der vergangenen Woche drei Soldaten mit Migrationshintergrund erschossen habe. "Wir wissen, dass die Soldaten, die Kinder und der Lehrer von ein und derselben Person und mit derselben Waffe getötet wurden", sagte Sarkozy in einer Fernsehansprache. Das Motiv sei offensichtlich Rassismus. "Diese Tat ist abscheulich und kann nicht ungesühnt bleiben."

Präsident Sarkozy zeigte sich demonstrativ mit Vertretern des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich (Foto: AP)

Präsident Sarkozy zeigte sich mit Vertretern des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich

Der unbekannte Täter hatte am Montagmorgen gegen 08.00 Uhr in der jüdischen Schule in Toulouse das Feuer eröffnet und nach Angaben der Polizei 15 Schüsse abgegeben. Anschließend floh er Augenzeugenberichten zufolge auf einem Yamaha-Motorroller. Bei den getöteten Kindern handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um die beiden Kinder des ebenfalls erschossenen Religionslehrers im Alter von vier und fünf Jahren. Das vierte Todesopfer war erst zehn Jahre alt, offenbar die Tochter des Schuldirektors.

(Foto: AP)

Ein Lehrer und drei Kinder starben

Täter mit Bezug zum Militär

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen rassistischen Militärangehörigen oder um einen Ex-Militär handeln könnte. Die drei getöteten französischen Fallschirmjäger waren nordafrikanischer Abstammung. Ein vierter Soldat, der lebensgefährlich verletzt wurde, ist ebenfalls dunkelhäutig.

Am Abend nahmen Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Francois Hollande, sowie zahlreiche Kabinettsmitglieder und weitere Politiker an einem Gottesdienst in der Nazareth-Synagoge in Paris teil. In Paris beteiligten sich mehrere tausend Menschen an einem Schweigemarsch. Sie versammelten sich an der Place de la République in der französischen Hauptstadt, um zur Place de la Bastille zu gehen.

An diesem Dienstag soll es eine Schweigeminute in den Schulen des Landes geben. Der Wahlkampf wurde zunächst unterbrochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach dem französischen Staatschef ihr Mitgefühl aus.

ml/hp (afp, rtr, dpa)

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