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Europa

Höchste Lawinengefahr in den Alpen

Bis zu 150 Zentimeter Neuschnee sagen die Wetterdienste aktuell für die Alpen voraus. In vielen Regionen Österreichs und auch in Südbayern gilt jetzt die höchste Warnstufe (vier) vor Lawinen.

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Sicherheit nur noch im Lift und auf markierten Pisten

"Große Lawinengefahr" - so lautet in Tirol, Salzburg,Vorarlberg und der Steiermark die ausgegebene Gefahrenstufe für Skifahrer. Die Sporttouristen werden saisonbedingt in den nächsten Tagen in den Alpen verstärkt erwartet. Fachleute raten allen Reisenden bereits bei der Anfahrt zur erhöhten Vorsicht. Etliche Straßen zu beliebten Skipisten sind von Schneemassen auf den Anhöhen bedroht. So musste bei Saalfelden in Salzburg ein riesiges Schneebrett künstlich gesprengt werden, um ein unkontrolliertes, plötzliches Abrutschen zu verhindern. Die Autofahrer wurden rechtzeitig gewarnt. An vielen Grenztunneln muss zusätzlich mit Staus gerechnet werden. In der vergangenen Woche waren diese zwischenzeitlich bis zu 30 Kilometer lang.

Immer mehr Tote durch Lawinen

Jüngstes Opfer ist ein Schüler, der bei einem Lawinenabgang bei Pfronten im Allgäu ums Leben kam. Er war nach dem Unterricht alleine zum Skifahren gestartet. Mehr Glück hatte ein Mann, den am Wendelstein in Oberbayern eine Lawine erfasste. Er konnte noch rechtzeitig entdeckt und gerettet werden, erlitt aber schwerste Verletzungen. Eine Art Wunder, erklärten Mitarbeiter einer benachbarten Seilbahn, die den Mann aus zwei Metern Schneetiefe befreiten.

In den letzten Tagen sind in der Alpenregion insgesamt fünf Lawinenopfer zu beklagen - darunter ein Skifahrer am Laber bei Oberammergau und ein Snowboarder am Hochgrat im Allgäu. Die Suche nach ihm wurde erfolglos eingestellt. Die Sicherheitskräfte nahezu aller Skigebiete warnen ausdrücklich davor, die gekennzeichneten Pisten zu verlassen.

Viele Sicherheitsausrüstungen helfen nicht

BdT Deutschland Wetter Schnee Skifahrer auf der Zugspitze

In den nächsten Tagen sollten Skifahrer auf Abfahrten im Tiefschnee verzichten

Nicht wenige Skifahrer widersetzen sich allen Bestimmungen und vertrauen bei ihren Tripps im Tiefschnee außerhalb der normalen Abfahrten Spezialausrüstungen wie dem "Lawinenairbag". Dieser wird einfach auf den Rücken geschnallt und soll sich im Notfall blitzschnell aufblasen, um das Lawinenopfer oberhalb der Schneemassen zu halten.

Mehrere Tests dieser Lawinenairbags zeigten allerdings, dass die Sicherheitsaussagen der Hersteller nicht immer zutreffen. Bei einem Lawinentest des Forschungsinstitutes SLF in Davos ging die Testperson einfach unter. Allerdings räumten die Tester ein, dass die Sicherheitssysteme durchaus bei der Ortung der Opfer helfen könnten. Ob mit oder ohne Lawinenairbag liegen die Zahlen für komplett verschüttete Skifahrer konstant bei gerade einmal 15 Prozent.

Tragisches Lawinenunglück vor zehn Jahren

Am Montag (23.2.2009) jährt sich eines der tragischsten Lawinenunglücke in den Alpen zum zehnten Mal. 1999 donnerten riesige Schneemengen von den Berghöhen auf das Dorf Galtür im Paznautal (Tirol) und rissen 38 Menschen in den Tod. Der halbe Ort wurde damals zerstört. Fast eine Woche hatten die 800 Einwohner von Galtür kaum Kontakt zur Außenwelt. Zusätzlich erlaubten starke Schneefälle den Einsatz von Rettungskräften erst einen Tag später.

Besonders tragisch: Der Hang galt seit mehreren hundert Jahren als "nicht lawinenbedroht". Bereits vor acht Jahren stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen vermeintlich Schuldige ein. Nach einem Gutachten gilt der Fall als "nicht vorhersehbares Naturereignis". (wd)

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