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"Hätte mein Mut und mein Mitleid gereicht?"

Die Lage in Bolivien, die kontroverse Rede von Israels Staatspräsident Katzav vor dem deutschen Bundestag und die Zukunft des Euro beschäftigten die DW-WORLD-Leser diese Woche. Anbei ausgewählte Mails in Auszügen:

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Massenproteste in Bolivien

Da Bolivien zu den ärmsten Ländes der Welt gehört, sollte die "Erste Welt" aufatmen, dass ein solches Land Reichtümer findet, und diese nutzbringend für sich selbst verwenden will. Es kommt nur eines in Frage: dem Land helfen, dass es seinen Reichtum fördert und im eigenen Land verwendet. Keinesfalls sollte die Ausbeutung durch die mulinationalen Firmen weitergehen - unterstützt und gesteuert von Staaten, die heuchlerisch mit der einen Hand "Entwicklungshilfe" geben, um hinter dieser Maske mit der anderen Hand die Bodenschätze an sich zu reißen. (Annemarie Lopez)

Bolivien wurde immer von korrupten Politikern regiert. Das hört sich ziemlich hart an, aber es ist die bittere Wahrheit. Abgesehen davon wurde das Land von einer "weißen" Minderheit regiert, sodass die indigene Bevölkerung (ca 70% der Bolivianer) nie ein Sprachrecht, was Politik und wichtige Entscheidungen angeht, hatte - und das im eigenen Land. Die meisten Rohstoffe des Landes werden im Ausland zu Milliarden gemacht, sodass es für die eigentlichen Eigentümer nicht wirklich etwas übrig bleibt. (Javier Bierhake)

Ich lebe als Deutsche in Bolivien und arbeite hier freiberuflich. Boliviens großes Problem ist die Mentalität. […] Das Leben gestaltet sich als konstantes "survival of the fittest", jeder versucht, jeden auszunutzen - oder an einen ausländischen Pass zu kommen, um anderswo an irgendwelche Vergünstigungen zu kommen. Jeder verachtet jeden und nutzt jeden aus - scheinheilig, egoistisch, brutal, rücksichtslos. Die "indigene Bevölkerung" ist m.E. manipuliert: 20.000 Ignoranten, die das ganze Land auf den Kopf stellen. Hier in Santa Cruz ist einigen inzwischen der Kragen geplatzt und sie haben blockierende wildgewordene Bauern einfach verdroschen, damit sie die Bevölkerung endlich arbeiten lassen. […] (Martina Strieder, Santa Cruz de la Sierra)

Beziehungen Israel-Deutschland

Ich bin für würdiges Gedenken an die Opfer der NS-Zeit, bin aber nicht bereit, mir weiterhin solche durchschaubaren Schuldzuweisungen anzuhören. Wenn es wieder Antisemitismus gibt, dann hat der nichts mit der NS-Zeit zu tun. Der Herr Staatpräsident (Katzav, d.Red.) vergisst, dass die NS-Zeit 60 Jahre zurückliegt und kein vernünftiger Mensch versucht, die Geschichte zu leugnen. Allerdings finden die Menschenrechtsverletzungen des Staates Israel in der Gegenwart statt. Das wird unter den Teppich gekehrt. […] Der Jugend sollte man auch dringend Differenzierung empfehlen zwischen notwendigem Gedenken und viel mehr Aufmerksamkeit, was heute und jetzt passiert. (Michael Krüger)

Die Rede von Katzav hat mich zutiefst enttäuscht - sie war völlig einseitig und lediglich auf Ermahnungen und moralische Hinweise begrenzt. […] So spricht nur jemand, der nicht verzeihen kann, sondern nicht verzeihen will! Und sollte dies wirklich der Fall sein, dann wird eines Tages unsere junge Generation mit Israel nichts mehr zu tun haben wollen. Denn wenn man den jungen Leuten immer wieder nur eine moralische Schuld einhämmert, mit der sie überhaupt nichts zu tun haben, dann geht der Schuss letztendlich von hinten los. Katzav hätte eine riesige Gelegenheit gehabt, gerade den jungen Leuten einen positiven Aspekt zu geben, aber leider hat er sie nicht genutzt. (Herbert Pflüger)

Wir sind derzeit mit einer 15-köpfigen Gruppe von VW-Auszubildenden und polnischen Berufsschülern in der Internationalen Jugend- Begegnungsstätte Auschwitz. Die Jugendlichen arbeiten für 14 Tage an der Erhaltung der Gedenkstätte: Natürlich immunisiert dieser Aufenthalt nicht grundsätzlich gegen Antisemitismus, aber er schafft eine Grundlage von Informationen über die letzte Konsequenz des Antisemitismus, weckt Emotionen und Neugierde, sich weiter intensiv mit diesem Thema zu befassen. "Hätte mein Mut und mein Mitleid damals gereicht", sagte gestern ein Jugendlicher, "wenn ich mir überlege, wie oft ich heute schon die Klappe halte?" (Christoph Heubner)

Ist der Euro in Gefahr?

Es wäre töricht, aufgrund aktueller Stimmungsschwankungen aus der Eurozone auszutreten; denn es wäre eine Abkehr von dem Weg zu Einheit, "symbolisch-wirtschaftlicher" Versöhnung und Frieden auf einem kulturell und gesellschaftlich so vielfältigen Kontinent. (Alexander Fischer)

Wie idiotisch könnte man noch reagieren? Die Vorteile des Euro übersteigen doch mehrfach die Nachteile, die damit verbunden sind. Vom Peloponnes bis in den hohen Norden Finnlands kann man jetzt in dieser Währung bezahlen. Preise sind direkt vergleichbar! Wenn natürlich manche davon profitieren und ihre Preise unverschämt erhöhen, ist das nicht die Schuld des Euro, sondern der Habgier der Menschen. (Frank Theré)

Ich bin absolut gegen einen Austritt aus der Währungsunion. Dies wäre für Europa ein Rückschritt und würde die ganze EU in Frage stellen. Die übrige (Wirtschafts-)Welt würde sich natürlich freuen, wenn wir Europäer nicht in der Lage sind, uns zu einigen. Doch solche Diskussionen werden oft durch die Medien veranlasst. Kritisch das Tagesgeschäft zu begleiten ist Ihre Aufgabe, doch Europa muss von uns allen gelebt werden, und dazu gehören auch die Medien. Europa (die EU) ist der beste Schutz für Frieden und Freiheit sowie Wohlstand. Leider wird dies selten von den Medien dargestellt. (Christoph Wilms)

Anmerkung in eigener Sache:

Wir freuen uns über jede Zuschrift, aber wir können nicht alle Leserbriefe veröffentlichen. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Die Inhalte geben die Meinung der User, nicht die Meinung der Redaktion wider.

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