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Politik

Hängepartie bei Bonner Klimakonferenz

Mit Enttäuschung und Protest haben Umweltschützer auf die Ergebnisse der Bonner Klimakonferenz reagiert - vor allem deshalb, weil es gar keine greifbaren Ergebnisse gab.

Ausgetrockneter See (Foto: AP)

Erstrebenswert? Spaziergang im ausgetrockneten See

Während der zweiwöchigen Klimakonferenz gelang es den Vertretern aus 183 Ländern nicht, sich auf gemeinsame Ziele zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen zu verständigen. Das Treffen in Bonn ging am Freitag (12.06.2009) zu Ende.

Zähes Ringen um Punkt und Komma

Tagungshotel in Bonn (Foto: dpa)

Mehr als 4500 Vertreter aus 183 Staaten trafen sich hier

Die führenden Industrienationen hätten "um jede einzelne Tonne CO2 geschachert", kritisierte ein Sprecher der Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Die Delegationen hätten sich im Kreis gedreht und seien "keinen Schritt weiter gekommen". Auch der "World Wide Fund For Nature" - kurz: WWF - bemängelte, dass die Delegierten "ohne jedes substanzielle Resultat" auseinandergegangen seien. "Man hat sich in Bonn darauf geeinigt, dass man sich im Grunde in allen Punkten uneinig ist", meinte Regine Günther, Leiterin Klimapolitik beim WWF.

Die Hilfsorganisation Oxfam kritisierte, die bisher angebotenen Klimaschutzziele liefen "auf einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um etwa drei Grad Celsius hinaus". Dabei sei bekannt, dass der Klimawandel spätestens ab plus zwei Grad außer Kontrolle geraten dürfte. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach in diesem Zusammenhang von einem Affront gegenüber den Entwicklungsländern.

Vorbereitung für Kopenhagen

Yvo de Boer (Foto: dpa)

Zweckoptimist: Yvo de Boer

Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, verbreitete zum Abschluss der Gespräche dennoch Zweckoptimismus: Immerhin hätten die Staaten ihre Verhandlungspositionen abgesteckt. Ob sie sich jemals einigen können, ist damit freilich noch nicht gesagt.

Das Bonner Treffen diente der Vorbereitung der Kopenhagener Klimakonferenz im Dezember, bei der ein Nachfolgevertrag für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden soll. Nach den Empfehlungen des Weltklimarates sollen die Industrienationen ihren CO2-Aussoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern. Das gilt als Voraussetzung, um den weltweiten Temperaturanstieg unter der kritischen Marke von zwei Grad Celsius zu halten.

EU mit gutem Beispiel

Eisberge (Foto: AP)

Vom Klimawandel bedroht?

Der EU-Repräsentant bei den Klimaverhandlungen, Artur Runge-Metzger, kritisierte, viele Staaten hätten bei den Emissionszielen unzureichende Angebote gemacht. Einige Länder, etwa Russland, hätten überhaupt keine Selbstverpflichtung auf den Tisch gelegt. Die EU will ihre Emissionen bis 2020 um 30 Prozent verringern, wenn die anderen reichen Nationen mitziehen. Unabhängig davon hat die Europäische Union eine Reduktion um 20 Prozent bereits sicher zugesagt.

Yvo de Boer forderte vor allem die Industrieländer zu ehrgeizigeren Zielen auf: "Zwischen jetzt und Kopenhagen müssen die Ansprüche nach oben geschraubt werden", verlangte der Chef des UN-Klimasekretariats. Die Zeit sei knapp, aber noch ausreichend. (wa/kle/epd/ap/afp/kna)

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